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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
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104
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104 II, 4 -II, 5.

eines menschen prechenhäftig. Do bey ist zu versten das in der alten ee in dergeperung Benianym starb sein mütter Rachel. Der nomen Rachel ist als vilgesprochen als ein gesehener anfang und bedewttet die vernünfft, Benianym istals vil gesprochen als ein sün der rechten hant und bedeüttet das beschawlich5 leben, und also stirbt Rachel an der gepurt irs sün Benianym, seind er von derbeschawung hymelicher dinge geporn wirt. Und wie kranck die synn der ver-nünfft [72 r ] an in selber sein, des emphindet das gemüt inwendig, und wenn dasnicht war war, der heylig sand Pauls zwelfpot sprech nicht von im selber vonder enzuckung: 'Scio hominem' etc.: 'Ich wais einen menschen, der enzuckt ist

10 in den dritten hymel, ob aber das in dem leichnam oder aus dem leichnam ge-schehen sey, das ist mir unchunt, Gott wais es.'

Novicius: Licet visio spiritualis etc. Wie das ist das die geistleichsehung wirdiger sey und ist dann die leiplich sehung, noch denne so lusst michmer zehoren ebenpild von der leiplichen sehung dann von der geistlichen, wann

15 die hymlischen geiste zesehen und iren schöppfer, das mer ist. den in leiplichenäugen mügen gesehen, das fürsecz ich allen andern sehungen.

Monachus: Visionem tibi nunc referam etc. Ich wil dir nwnvon einer sehung sagen, von der du selber dein erkantnüsz geben solt, ob dieselb sey geistlich oder leipleich, und ist die sehung von der gepurd unsers hay-

20 lants Jhesu Christi.

Das fünfft capitel.

In quodam claustro monachus erat in magna devocione etc.In einem clauster was ein münch grosser andacht und versach sich das Gott seinhant gnädikleich ob im hett. Er was in seinen wercken der hennde streng, in

25 seinem gepett und lobsang andächtig, mächtig zw wachen und in hiczig zu allemdem, das im gepoten was zetün. Zu aller heyligen tag an der loblichen hochzeitt,do ward er mit der gnaden des heyligen geists also gestercket das er in vil tagendarnach chainen geprechen noch swachait an seinem leib empfinden mocht.Darnach an dem heyligen abent der gepurt unnsers lieben herren Jhesu Christi

30 ward er im künleich gedencken und betrachten wie er yecz etwas tröstlichs vonGot pitten wold, das im an dem heyligen christag von besundern gnaden Gotsergeen und geben solt werden. Davon liesz er nicht ab ze pitten. Desselbennachtes do die prüder zu metten auff gestanden waren und er auch zu mettengen solt, do kom an in ain grosse trakait und släffrikait an dem leib und an seinem

35 gemüt, das in zeleben verdriessen [72 v ] nam. Doch gieng er in den chor mit denandern seinen prüdem, doch mocht noch wolt er nichts loblichs gesingen nooh

9. 2. Kor. 12, 2.

12ff. lat.: Licet visio spiritualis dignior sit corporali, magis tarnen me delectataudire exempla de ista.

16f. den bis gesehon = lat.: ipsum creatorem spirituum ooulis corporeis poß&evidere. 23. clauster] e aus r korrigiert.