I, 51. 83
Das lj capitel.
In claustro, quod vulgari nomine. In dem chloster, das zw tewtschHemmeröd genennet ist, was ein conversz, die man pärting nennet, auff [59 r ] einenirer münchöff beschiden zu dem pflüeg. Der was ein man eines lautern lebensund het von Gott vil haimlicher trostung, der etlich zw uneerm wissen körnen 5sind. Derselb hett under andern tyern, die im zu seiner arbait bevolhen warn,einen ochsen, der gar widerspanig und frayszsam was, so er solt in dem pflügoder wagen ziecben, so pracht man in mit grosser mw an das joch. Eines tageswolt er in aber zu der arbait in das joch anpinten, do was er so tracz und wider-stendig das er in nicht darzu nicht pringen mocht. Des ward er zu ungedulg 10und zorn peAveget und eylt in den walt, do bey einen starcken chnütel zehawen,domit er den widerspänigen ochsen mit grossen siegen in das joch zu ziehenpracht, und so er in nahent zu dem ochsem kom, do ward er im mit dem chnüteldrolich zu streyen. Des erhüb sich der ochs als von einem geist peweget undlieff dem pärting entgegen und viel vor im auff sein knye, und des er mit Worten 15nicht gepiten mocht, das erzaigt er mit diemütigung seines leibes, huld undgnad zepitten. Do das der selb heylig man also ansach, do sprach er zu demochsen: 'Du süchset parmung, die sol dir nicht von mir nicht versagt werden.Stee auff und mach mich fürbas nicht nier ungeduldig.' Also von dem selbentag legt von im derselb ochs alle wildikait, das er fürbas vor allen anndern ochsen 20und tyern das gefolgist und willigist tyer was zw arbaiten.
Derselbe prüder pärting do er zu einer andern zeitt von arbait wegenmwd und unkrefftig worden was und sich zu rü in sein pettstat gelegt hett,do gedacht er das er ein gewondleich gepett von unnser heben frawen tagzeitvon arbait wegen auffgeslagen und des nicht volbracht hett. Des erhüb er sich 25snell auff aus dem pett, zu volbringen dasselbe versaumpt gepet unser liebenfrauen. Des erparmt sich die selbe frawe aller werlde über in und sein sw&rarbait und sprach zu im mit gepietten \59 v ~\ das er sich wider an sein rw legt,sy wolt das versawmpt pet an seiner statt volbringen. Do darnach der herreGott dem selben getrewen arbaiten seiner getrewen arbait einen gerechten Ion 30wider geben wolt, do schickt er im leibes kranchait, aber die frewd des gemütsund seiner trostung nam er im nicht dobey. Und do er also ettlich tag in kranchaitwas gelegen, do kom der appt und wolt in und auch die andern visitirn undbesehen und sprach zu im: 'Prüder Herman, ist es dir nicht ein schäm, dasprüder Gothart vor dir sol zu hymel sein?' Auff den er doselbs vingerzaigt, 35der auch krancher doselbs lag und nicht mer dann drew jar in dem orden gewesen
2. wlgari.
14. der] des.
28. Nach vnd sprach zu jm mit gepietten ist ausgestrichen am Beginn der neuenSeite [59v\: das er sich wider an sein swär arbeit; es folgt dann nochmals unausgestrichenund spraeh zu jm mit gepieten, das also zweimal sieht.
30. lat.: iustam laboribus eius remunerationem reddere decrevit.
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