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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
68
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68 /, 38.

er die selben zeit getan hett [48 v ]. Er antwurt im und sprach: 'Ir sült mir gelauben,ich die zeitt geherphent han.' 'In welcher weis', sprach er. Her Arnold sprach:'Wenn ich chain andacht gehaben mag, so rür ich mein vinger under der chuttenals einer der auff der herpfen spilt. und rür die saitten des herczen, und also5 erweck ich des gemüts släffrikaitt zu der andacht.' Derselben rede nam denpreyal grosz wunder, und ich main der selb Ornold tu gleich dem weissagenHelizeo, der auch zu zeitten den geist der Weissagung mit dem härpfen spil er-wecket

Er was auch solichs grosz mitleidens mit armen lewtten das er in das

10 almüsen raicht von den pfenningen, dy im zu seiner chost geben wurden. Einstags begegent im ein parfüsz schuler in grosser chelten. Er hyesz in still steenund staig ab dem pfard und zoch ab sein schüch und gab sy dem selben armenschüler und nam zwen ander new schüch aus seinem sack, er zoch die wider anseinen füsz und staig wider auff sein pfard und raitt fürbas. Das ist geschechen

15 in meiner gegenwürtikait.

Die misseheligen und zwaigen verricht er und pracht sy zw freüntschafft,die ungehorsamen erpat er zu der gehorsam, die ungeduldigen und zornigen prüderpracht er zu gedult, die angefochten prüder die tröst er mit manigerlay exempelnund gütten ebenpilden.

20 Auch zw einer zeitt do ich mit zu rede kom von ettlichen dingen wegen,

do nam er mich an ein ort und sprach zu mir: 'Ich leid auch grosz anfechtung vonmeinem fleisch.' Er peicht auch sein aygen kranchait des fleischs den anndernund schamppt sich des nicht in zu peichten, das sy dardurch gestercktan in selbs wurden. Eins tag ward er von seinem preial gefragt, das

25 er mir selber gesagt hatt, wes er ob dem tisch gedacht, die weil man[49 r ] in zetisch lasz und er der leczen nicht verstund und ungelert was.Er antwurt im also: 'Ich han doselbs mein aygen leczen, wenn ich anhebzu essen und bedenck denn wie der Gots sün umb mich von dem engel Gabrielverclrimdet sey, und in der kewschen junckfrauen leib von dem heyligen geist

30 empfangen sey, das betracht ich allso in meinem gemüt. Und donne so wend ichumb ein plat und gedenck dann wie er geporn sey, und im die engel grossen lob-sang gesungen haben, do er mit snöden winteltüchlein eingewickelt was und indie krippen für die tier gelegt, so han ich dann das annder plat gelesen. Und insolicher weis überlauft ich dann die besneidung Christi und der heyligen drey

35 künig zukünfft, sein opphern in den tempel, sein tauff, sein vassten, sein leidenund pitter marter, sein frolich urstend. sein auffart und des heyligen geists sant-tung und das jungst gerichte. Also sind mein tägleich leczen, wenn sich dieenndent. so endet sich auch mein essenzeit.' Was er in einem solichen püch

8. erwecken.22. aygen] y ist aus u korrigiert. 28. Vor wie gestrichen der.

30. wend aus wond korrigiert.31-32. lobfang.