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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
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64
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64 1, 38.

zw anderm irem wirdigen heyligtüm und getorst des nicht geprauchen, sichdomit tägleich zebestreichen, wann sy maynt des nicht wirdig ze sein.

Considerans ergo Waltherus etc. Do der selb ritter Walther dannoch

in der werlde was, do bedacht er die grossen gnad und guttat, dy im unser liebe

5 fraw manigvaltikleich erzaigt hett. Des ward er davon zu der selben hymel-

künigin Mariam in so grosser in hicziger heb enzünt das er in einer kirchen,

die haimleich gelegen und die in unnser lieben frawen eren geweihet was, mit

wissen des priesters derselben kirchen sich unnser lieben frauen zu aygen gab

und oppfert sich mit einem sträng als an seinen hals gehencket mit einem erdeyn

10 pild, in seinem namen auff den alter geseczet mit dem stränge, davon er darnach

alle jar einen zins unser lieben frauen in die selben kirchen gab von seinem haupp

und leib, als noch die lewtt, die aygen sind, an ettlichen lannden gewon sind

zegeben den järlichen zins von irm leibe irn herren. Auch seind er durch der

hymelküniginn ere und lieb willen sich so sere diemüttigt, [46 r ] wolt auch sy

15 in als iren lieben diener mit wunderzaichen eren auff erden.

Er was auch gewon an allen unser frauen abenden in wasser und prottzcvasten und auch offt des freitags auch in wasser und prott, als durch desnächsten sampstags als unnser frauen tag zu eren. Eines tags do er allso solichevasten in wasser und prott volbringen wold, do raicht im sein knecht ein trinck-20 wasser in einem krüglein. Do dasselbe krügel mit wasser in sein hennde ze-trincken kom, do ward dasselbe wasser von Gots krefften in seinen hanndenzu edelm, güttem wein. Do er des wassers trincken wold, do chost er und enpfandeines gütten wein. Er vordert den chnecht haimleich zu im und strafft in harttund sprach: 'Du gibst mir wein für wasser % ' Der chnecht stund des in laugen25 imd sprach: 'Herre, ich han pey meinen trewen das wasser, das ich euch inewr hennde geben han, selber aus dem prunn geschepffet.' Er hyesz im ein anderwasser pringen. Do nara der chnecht ein ander krüglein und pracht ein anderwasser, und vordann er es dem herren in sein hennd gab, do chost er es, do wases wasser. Er raicht das dem herren, und als er des aber trincken wolt, do fand30 er aber gütten wein als vormals. Do sprach er aber zornikleich zu dem chnechte:'Ey, was spottest du mein ? Du hast mir nw zum andern mal wein für wassergeraichet.' Auff die wort der chnecht ser erschrackt und laugent des mit grossemsweren. Do verstund er doch das es beschehen war von grosser parmherczi-kait und gnaden unnser lieben frauen, die in mit einem solichen wunderzaichen35 geert hiett. Er beswür den selben seinen chnecht, der müszt im swärlich ge-loben das er davon chainem menschen sagt, so lang bis er gesturbe. Aus demwol zuversteen das wunderzaichen und Gots würckung an seinem benanten

3. dannoch] Das o ist aus a korrigiert. 6. grosser in] vielleicht grosser und,aber lat.l in tantum in amore accensus est widerstrebt dieser Änderimg. Burdach.

18. Das s bei tags ist nachgetragen.

24. Vor Du ist herre ich han pey meinen trewen gestriclien.

37. wol zuversteen] Es ist wohl vorher ist dem knecht zu ergänzen, worauf sichdann auch das für bezieht; lat.: Ex quo colligitur quod non cupidus erat inanis gloriae.Nervus vero tanti partieeps miraculi frater est Arnoldus, qui cum eo venit ad ordinem.