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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
49
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/, 26. 49

Das XXVI o&^itel.

Jnclusa quedam sicut michi retulit supprior noster etc. Es wasein beslossen klosnerinn, als mir unnser supprior und der preyal gesagt hat,der ir chuntschafft und gelegenhait weszt. dy was lang zeitt von dem pösen geistbetrogen, wann ir was von Gott nicht geben die erkantnüsz gütter und poser 5geiste. Des erschain ir der pos geist offt, mit falschem, chlaren schein umbgebeu,in gestalt eines gütten engeis, domit er dann mit zu reden kom als mit einerainfaltigen, siechten frawen. Eines tages kom er aber zw ir und sprach: 'Nu kümich und wil dir geben deinen Ion.' In der zeit kom ir peichtvatter zu ir, der fragtsy wie sy sich gehabet. Sy antwurt im: 'Ich mag zum pesten.' Der priester als 10ein weiser man vernom ir wort und merckt ir hoffnung. die sy hett, und dieursach ires [35 v ] getrauens, das sy als auff einen glitten engel hett, und fragtsy von der sache. Sy sagt im, wie das sy von dem engel Gots offt und dick be-schawet und getroszt wurd. Der priester wesst wol aus der 1er des heyligen zwelf-poten sand Pauls, das sich der tewfel verwandeln mocht in einen engel des liechts 15und grossz chlarhait, und er sprach zu ir nw fürbas: 'Wenn dich derselb engelmer haimsücht, so sprich zu im: "Mein herre, ich pitt dich das du mir unserfrawen, die hymelküniginn Mariam, wellest zaigen." Wenn er dasselbe tut,und so du denn ein soliche gestalt einer chlarn junckfrawen sehen wirst, als palddu die selben gestalt erplickest, so vall nyder auff deine knye und sprich sy 20zegrüssen: "Ave Maria" etc. Und ist das, das sy über den selben deinen gesprochenenglischen grüs dir bestett und nicht von deinen äugen flüchtig wirt, so ist eschain gespenst, ist des nicht, so wisz das du von dem teüfel betrogen pist, der diralso in gespott zw secczet.' Do sy doch das nach sölicher anweysung irs peicht-vaters getan hett, do antwurt ir derselbe teüfel und sprach: 'Was begerst du sy 25zesehen? Dich sol wol an meiner gegenwürtikait benügen.' Die chlosnerinnliesz nicht ab in anhabikleich zepitten, das er ir unser hebe frauen zaiget. Desverwandelt sich der tewfel und warff ir für ir äugen ein gestalt von teuflischemwerck einer wunderschönen junckfrawen. So pald sy die selben junckfrawlichengestalt erblickt, zw stünden viel sy auff ir chnye und rüfft den englischen grüs 30und sprach: 'Grüszt seist, Maria vol gnaden.' etc. Zestund verswand das selbetewflisch gesponst. Doch als der selbe poste geist also von ir schyed, erschreckter sy so swärlich, das sy von synnen kom und in einem halben jar chaum [36 r ]ir krafft und vernunfft wider bringen mochte.

Sichstü nw wol, wie in so gar groszer achtperkait und birdekait sey der 35lobsam süsze nam Marie ?

1. Das steht am Ende der Schlußzeile, XXVI capp darunter in der nächsten Zeilemit Absperrungszeich-en.

2. quidam.

11. lat. responsionis fiduciam eius considerans.

28. Vor teuflichen gestrichen tewflischs.

30. grüs vnd ir augö vnd sprach; lat.: angelicam salutationem proferendo.

Deutsche Texte des Mittelalters. XXX. i