42 I, 21.
laudamus' etc., angeliebt het, do stund Cristina vorgenant an irem tail deschores, do ward sy ires gemütes enzückt, also das sy den hymel offen sach überunser sammung auffgetan, und zu derselben zeitt was unser goczhaus zu paydenseitten und gar von holcz gemacliet. Do sach sy dasselbe unnser goczhaus zw5 paiden taylen als ob es von lautterm, chlarn gold war gepawet, und als sy iräugen über sich gen hymel auff warff, do sah sy die lobsamen Gots mütterMariam, unsers ordens haubtfrawen, auff einem wunderschönen, scheinpärnstül sycczen und pey ir der heyligen ein grosz menig, [30 ü ] in dem allter, alssy dunckt, bey sechs und zwainczig jaren. Und do der münch chor sich zu dem
10 lobsang: 'Sanctus, sanctus, sanctus' etc. diemüttikleich nider naigt mit singenund mit andacht, des ward dy lobsam hymelkiinigin Maria in mitfrewend seinsolcher irer andacht und liesz herab von hymel ein wunderschone, guidein krön,in forme und gestalt der chron die man in die kirchen phligt für den fronallterauff zehahen, die liesz sy an einer guideinen chetten herab von hymel über
15 den convent, und an des chnopfs statt stund ein wunderschöner, kostper unddurchleuchtender, edler stain, darinne geschriben stund: 'O mute, o gütige,o süsse Maria.' Und aus demselben edlen stain giengen drey guidein chettleinherab an die krön, die sy auff hielten, und aus dem nomen Maria erschynenettlich sunnestram oder sunnestreim, dy die nomen aller münchen in dem
20 chor, dy in dem umbraiff der chron geschriben stunden, gar erleüchtent. Undunder den selben geschriben namen der münche was ein grosz underschaidund ungleichikhait, payde in der scczung an ir sted und auch in irer chlarhait,wann nach der wiegetanikait der syten eines yeglichen do geschriben münchesward gesehen die wiegetanikait irer namen. Es wurden auch etlicher münche
25 nomen, dy nicht lang in dem orden gewesen waren, für der, dy lang in dem ordengelebt und gearbait hetten, höher geschriben gesehen, daraws zw versteen ist,das der Gottes diener Ion nicht zeschaczen ist nach der leng der zeitt oder nachder arbait des leibs, sunder vil mer nach der hiczikait der lieb und andacht.Und do darnach in dem selben lobsang 'Te deum laudamus' gesungen ward
30 auff die stat als an dem ennde zu latein: 'In te domine speravi' etc., zw deüsch:'Herre Gott, ich han in dich gehoffet', do zoh unnser fraw dieselben guideinvorgesehenn krön wider an sich in den hymel [31 r ] und sprach mit vernem-licher stymm: 'Als ich hewtt in meiner eer und lobsamkait pin, also werdentalle dise münch bey mir ewikleich beleiben.' Und do die selbe sehung und er-
35 scheynung bey uns dennoch ungeöffent was, do kom desselben morgens einerunser bruder zw unserm vorgenanten öbristen und chlagt im wie das er in der
3. Am Bande bei auffgetan: Nota de Ligriensi cenobio.
llf. lat. : devotioni eorum congratulons. — sein] abgeschliffenes Part, praes.(= seiend), mitfrewend dann hierzu adjeetivisch. Burdach.
14. chetten] chron. — lat.: per catonam auream.
25. Vor lang sieht am Ende der vorigen und im Anfang der laufenden Zeile lau-gengestrichen. 27. der] dor. 36. er] es.