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2 (1821)
Entstehung
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230Geschichte der Griechen.menschlichen Körpers zu heilen, war mit dem Ursprungdes gesellschaftlichen Lebens gleichzeitig. Chiron ausThessalien war der Lehrer des Machaon, den wir ausder Iliade kennen. Wahrscheinlich war jedoch in denersten Zeiten diese Kunst mit der Würde der Priesterund Sänger innig verbunden, und man flehte die Gott-heit, wie in unſern Zeiten, um Hülfe für geliebteKranke an; wir finden noch jezt bei Völkern, die inder Kindheit der Kultur sind, Priester und Aerzte ineiner Person vereinigt. Die Bewohner der Insel Cos,an der Küste von Karien, widmeten sich dieser Wissen-schaft vor andern Völkern; auch zu Cnidus war eineAnstalt, wo dieselbe gelehrt wurde. Cos ist das Va-terland des Aeskulap, der die Argonauten nach Col-chis begleitete; Hippocrates, der erste Schriftsteller undder Schoͤpfer der wissenschaftlichen Arzneikunde, waraus dieser Insel gebürtig. Er baute alle Theorien aufErfahrungen, die von ältern Aerzten oder von ihmselbst gemacht waren, und wenn man in spätern Jahr-hunderten von der Erfahrung abwich, und dagegenmetaphysische Spekulationen in die Heilkunde verflocht,so verloren sich einsichtsvolle Aerzte dennoch nie indiese gefährlichen Abstraktionen, und folgten dem siche-rern Wege der Erfahrung. Aus der Zergliederungder Thiere, die schon von Alcmaeon und Empedocles,den Schülern des Pythagoras, unternommen wurde,entsprangen die ersten yhysiologischen Kenntnisse. Un-ter den berühmten Zergliederern waren Protagoras ausCos, Aristoteles und Theophrast.Unter dem Namen des Hippocrates, der im vier-ten Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung blühte,und Lehrer der Arzneikunde in seiner Vaterstadt Cos war,sind mehrere Schriften übrig, worunter jedoch die mei-sten von seinen Schülern verfaßt sind. Die schäzbar-sten