100Geschichte der Griechen,ne Schule der Beredsamkeit, die lange nach seinem To-de noch blühte.Fünfter Abschnitt.Philipp wird zum Oberfeldherrn der Grie-chen ernannt. Er rüstet sich zum Kriege ge-gen Persien. Sein Tod. Alexanders Thron-besteigung und erste Feldzüge. Empörungder Griechen gegen die Macedonier. Thebenwird zerstört. Alexander versammelt dieMacht von Macedonien und Griechenland,geht über den Hellespont, und greift dasperfiſche Reich an. Schlacht am Granicus.In dem folgenden Frühling versammelten sich die Ab-geordneten jeder Staaten, die nach dem Sieg vonChaeronea die Oberherrschaft Macedoniens anerkann-ten, zu Korinth. Philipp hatte sie hieher berufen,um mit ihnen die Anzahl der Krieger feſtzuſetzen, diejeder Staat zu dem Feldzuge gegen Persien stellen soll-te. Griechenland war folglich mit Macedonien in ei-nem Lehensverband; der König, der in seinem ange-stammten Reiche selbst nicht unumschränkter Gebieterwar, hatte die alten Formen der republikaniſchen Ver-fassung nicht geändert; er gab nur den Beschlüssen desVolkes jene Richtung, die nach ſeiner Einſicht die zu-träglichste war, und ob er gleich nach jenen Grund-sätzen, die man Rechte des Sieges nennt, seiner Gewalteinen großen Umfang geben konnte, so vermied er dochden Schein der Freiheit zu unterdrücken, und beschloßdie Greichen mit derselben Staatsklugheit zu regieren,mit der er sie bezwungen hatte. So wie in Macedo-nien, ehrte und schüzte er die Rechte seiner neuen Un-terthanen, und obgleich sein überlegener Geist ihn billig
1
m
#