50Geschichte der Griechen,Vierter Abschnitt.Philipp, König von Macedonien. SeineAbkunft, Erziehung und Thronbesteigung.Ränke, durch die er Griechenland zu unter-jochen trachtet. Der Redner Demosthenes.Der heilige Krieg. Philipp zum Heerfüh-rer der Amphictyonen ernannt. Die Athe-ner erklären ihm den Krieg. Schlacht beiChaeronea. Griechenland unter dem Scheindes Friedens von Macedonien unterjocht.Während Griechenlands Freistaaten sich in dem Kam-pfe um die Oberherrschaft erschöpften, wuchs nahe anden Gränzen derselben ein Volk empor, das an demStaatenverein der Griechen niemal Theil nahm, oftseine innern Angelegenheiten der Entscheidung der Athe-ner und Theber unterworfen hatte, und obschon grie-chischen Ursprungs, doch bei den Fortschritten der Kul-tur der übrigen Griechen zurükgeblieben, und deshalbunter der verächtlichen Benennung von Barbaren be-griffen war. Der Ursprung dieses Staates verliertsich bis in jene Zeiten, wo die Nachkömmlinge desHerkules aus dem Peloponnes vertrieben wurden.Unter diesen war Karanus aus Argos, der mit einerkleinen Schaar Abentheurer sich nach Emathien, dasnachher den Namen Macedonien erhielt, gewendet,und seinen Wohnsiz zu Edessa aufgeschlagen hatte.Umringt von den rohen und bildungslosen Stämmenwürde die kleine griechische Kolonie bald ein Raubdieser Barbaren geworden seyn, wenn nicht Lara-nus und seine unmittelbaren Nachfolger die Zunei-gung ihrer neuen Nachbarn durch Unterricht im Acker-bau, durch freundschaftliche Dienstleistungen, und viel-leicht selbst durch Annahme ihrer Sitten sich zu erwer-ben gewußt hätten. Die Griechen machten diese Bar-baren
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