129Achter Abschnitt.nicht erfunden, daher kannte man nur, was das mensch-liche Auge unterscheidet, aber dennoch war der von derscheinbaren Bewegung der Sonne abhängende Wechselder Jahreszeiten, der periodische Umlauf des Mondes,die Verschiedenheit der Planeten von den Firsternen,die ziemlich genaue Eintheilung des Jahres in dreihun-dert fünf und sechzig Tage und sechs Stunden (dieseBestimmung ist egyptischen Ursprungs), die cyclische Pe-riode des Mondes, die einen Zeitraum von neunzehnJahren begreift, ꝛc. bereits bekannt, und es iſt erwie-sen, daß die Griechen diese Kenntnisse von den östli-chen Nationen, den in der Sternkunde berühmtenChaldäern, und den Egyptern erhalten haben. DieNotizen über die Sternkunde, so wie über die Mathe-matik überhaupt, sind einzeln in verschiedenen Schrif-ten zerstreut. Die Geometrie wurde besonders vondem Plato und seinen Schülern fleißig geübt, undmuß von einem Volke mit vielem Eifer studirt wordenseyn, in dessen Kunstwerken wir das reinste Ebenmaaßfinden, und dessen Gebäude in der Anlage, die wiraus den Ruinen entdecken, und in der Ausführung al-les übertrafen, was die Nachwelt erschuf. Aber essind nur wenig schriftliche Denkmäler dieser Wissen-schaften aus jener Zeit übrig geblieben. Aristoteleshat zwei Werke mechanischen Inhalts hinterlassen. VonAeneas Tasticus (J. v. C. 361) ist ein Bruchstük übrig,worin von der Anordnung eines Heeres, Belagerung,und andern zur Kriegswissenschaft gehörigen Dingengehandelt wird. Ueber die Musik schrieb Aristorenusaus Tarent, ein Schüler des Aristoteles. Dies ist das ersteWerk über diesen Gegenstand. Ueber die Astronomiehaben wir von Autolycus aus Pitane zwei Abhandlun-gen, von der Sphäre und von den Fixsternen.Die Kunst, die Wunden und Krankheiten desmenſch⸗
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