Geschichte der Griechen,166zieh der König unter der Bedingniß, das die Urheber derEmpörung bestraft würden. Diese Bedingung war bereitserfüllt; Agis, der den Aufstand veranlaßt hatte, hatteauf dem Schlachtfelde den Tod gefunden. Antipater be-nüzte indeß seinen Sieg, um die Herrschaft der Macedonierin Griechenland zu befestigen. Die Athener, obschon vonAlexander mit ausgezeichneter Achtung behandelt, undin dem Genuß ihrer Volksverfassung, konnten dennochdie Tage ihres Ruhmes nicht vergessen, in welchen siedem ganzen griechischen Völkerstamme Gesetze vorgeschrie-ben hatten. Ihre Unabhängigkeit, und die Aussicht, je-mals wieder dahin zu gelangen, waren verloren, nurdie Theilnahme an der Unterjochung von Asien durch dieMannschaft die sie zu Alexanders Heer nach der Ueber-einkunft zu Korinth von Zeit zu Zeit abſandten, wardas einzige Ueberbleisel ihrer ehemaligen Größe. Nochimmer beschäftigten und bethörten die Volksredner dieniedrige Klasse der Bürger mit unerreichbaren Hoffnun-gen, und in diesem Zeitpunkt ward auch der berühmteStreit wegen der goldenen Krone wieder aufgeregt, des-sen wir bereits am Ende des vierten Abschnitts erwähnthaben.Ctesiphon, der den Antrag, den Demosthenes miteiner goldenen Krone bei den öffentlichen Spielen wegenseiner Verdienste um den Staat zu belohnen, durchge-sezt hatte, wurde von dem berühmten Aeschines angeklagt,weil die vorgeblichen Verdienste des Demosthenes demStaate offenbaren Nachtheil gebracht, und vielmehrStrafe als Belohnung verdient hätten. Demosthenesauf den eigentlich das Gehäßige dieser Klage gerichtetwar, vertheidigte sich in einer Rede, die auf unsere Zei-ten gekommen ist, und als der höchste Triumph der Be-redsamkeit in jedem Zeitalter gewürdigt zu werden ver-dient. Wir haben bereits den Ausgang dieses berühm-ten Streites erzählt; Alexanders Mäßigung, indem erdie
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