167Sechster Abschnitt.die Freimüthigkeit des Demosthenes ungeahndet ließ, magunsere Bewunderung verdienen, wenn auch der Erobe-rer des persischen Reiches den athenischen Redner für kei-nen seiner Rache würdigen Gegenstand hielt. Aber An-tipater hatte diesen alten Feind der macedonischen Für-sten schon längst zum Opfer ausgezeichnet, und bald fander Gelegenheit, seine Verbannung aus Athen zu bewir-ken.Harpalus, einer von Alexanders Feldherrn, Statt-halter von Babylon, und wie man glaubt, der Bewah-ter eines Theils der persischen Schätze, war mit diesenihm anvertrauten Kostbarkeiten aus Asien entflohen, undnach Athen gesegelt. Hier spendete er mit vollen Hän-den Geld unter das Volk, und suchte dadurch Sicherheit undAufenthalt zu erkaufen. Es ist ungewiß, ob der denBestechungen Philipps unzugängliche Redner dem Reizedes Goldes, das ihm Harpalus gegeben haben soll, wi-derstanden oder unterlegen sey. Er wurde durch Anti-paters Veranlassung angeklagt, von Harpalus bestochenzu seyn, und zu einer Geldbuße von fünfzig Talentenverdammt. Diese Summe überstieg sein Vermögen; erwurde aus Athen verbannt, und mit ihm entfloh derleitende Geist der Athener.Demosthenes kehrte nach einigen Jahren wieder inseine Vaterstadt zurük, und war die Triebfeder des lez-ten Versuches, den die Griechen nach dem Tode Alex-anders wagten, um sich von der Herrschaft der Macé-donier zu befreien. Als aber durch die Schlacht bei Kran-non dieses lezte Aufstreben vereitelt war, und Antipatervon den besiegten Athenern die Auslieferung der Volks-redner forderte, floh er nach der kleinen Insel Kalauria.Auch hier fand er keinen ruhigen Aufenthalt. Er ent-gieng der Verfolgung Antipaters durch freiwilligen Tod,und starb an Gift in einem Tempel. (J. v. C. 32Sie⸗
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