Geschichte der Griechen,160großen Theil des Heeres geführt, und oft die Gefahrenvon Alexanders Haupt abgewendet hatte, durch Meu-chelmord aus der Welt zu schaffen; Polydamas, einerder vertrautesten Freunde des Parmenio, in wie fernezwischen Höflingen Freundschaft bestehen kann, wardmit Verhaltungsbefehlen an Kleander, den Statthaltervon Medien, abgeschikt; ein Brief mit dem Siegel desPhilotas verſchloſſen ward beigefügt; die Boten desTodes übergaben dem arglosen Greise den Brief, undin dem Augenblik, wo der Vater frohe Nachrichten vonseinem Sohne zu erfahren hoffte, stieß ihm Kleanderden Dolch in die Brust. Dies war das .Ende einesder verdienstvollsten Befehlshaber im macedonischen Hee-re; zwei seiner Söhne waren auf dem Schlachtfelderühmlich gefallen, er selbst und sein lezter Sohn fielenals Opfer des Argwohns.Diese gräßliche That vermehrte die Unruhe undUnzufriedenheit des Heeres im hohen Grade; Alexan-der suchte die Folgen dieses Mißvergnügens durch dieFortsetzung des Krieges gegen Spitamenes zu verhüten,der die Scythen durch die Hoffnung zur Beute ermun-tert hatte, die Waffen gegen den am Rande ihrer Step-pen umherstreifenden Fremdling zu ergreifen. DieserKrieg, dessen Schauplaz die Gränze des heutigen Gou-vernements Orenburg und der großen Bucharey war,beschäftigte die Macedonier zwei Jahre lang mit ab-wechselndem Glük. Nie hatte Alexander einen gefähr-lichern Feind bekämpft. Die Scythen schlugen seinHeer in mehreren Treffen, sie fiengen seine Zufuhrenauf, und erspähten immer den Zeitpunkt, wo einigerVortheil zu gewinnen war. Muthig im Angriff, schnellund unerreichbar im Rükzug, erschienen sie oft im Rük-ken des macedonischen Heeres, wenn Alexander glaubte,sie weit zurükgetrieben zu haben. Ihr thätiger Anfüh-rer Spitamenes eroberte Marakanda, das heutige Sa-mar=
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