Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
157
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157Sechster Abschnitt.schäfte seiner Eroberungen durchschaute, zeigt uns, daßselbst das Uebermaaß sinnlicher Genüsse seinen unermüd-lichen Geist nicht dauernd beherrschen konnte. In Per-sepolis erhielt er die Nachricht, Darius habe in Medienein Heer gesammelt; er brach sogleich auf, und zog nachEccbatana; hier ließ er seine Schätze und eine starkeBesatzung. Die thessalischen Reiter und einige Hülfs-völker wurden entlassen, ihr Sold, nebst einem Ge-schenk von zweitausend Talenten (über vier MillionenGulden), bezahlt, und ihnen frei gestellt, ob sie nochferner an dem Ruhme ihres Königs Theil nehmen, oderin ihr Vaterland zurükkehren wollten. Viele ließen sichneuerdings einschreiben. Alexander theilte nun sein Heer.Parmenio führte eine Abtheilung nach Hyrkanien, Cae-nus zog nach Parthien, er selbst folgte mit den er-lesensten Kriegern unmittelbar dem Darius, der erst vorwenig Tagen von Ecbatana in östlicher Richtung abgezo-gen war. Dieser unglükliche Fürst hatte zwar nochein Heer von beinahe vierzigtausend Mann, und die Sa-trapen der östlichen Provinzen seines Reiches waren auf-geboten, zu ihm zu stoßen, aber er war von Verräthernumgeben, die sich gegen sein Leben verschworen, und dieProvinzen, die sie bisher verwaltet hatten, als ihr Ei-genthum zu behaupten trachteten. Bessus, Narbazanesund Barzaentes waren die Namen dieser Verräther. Ih-re Untergebenen waren bereit zur Theilnahme und Voll-endung des Verbrechens. Nur fünfzehnhundert Grie-chen blieben dem Könige treu, aber sie waren zu schwach,den Darius gegen den Frevel seines ganzen übrigen Hee-res zu beschützen, und als die Satrapen ihren Monarchenin Fessel warfen, zogen diese Griechen aus dem persischenLager ab, und wandten sich seitwärts in die Gebirge.Alexander erhielt von diesen Ereignissen Kunde, als ernoch zwei Tagreisen hinter den fliehenden Feinden war.Mit rastlosem Eifer beschleunigte er die Verfolgung, undals sein Fußvolk ermüdet war, ließ er fünfhundert Reiterab-