Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
156
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Geschichte der Griechen,156gene, die wahrscheinlich in den früheren Feldzügen inden Sklavenstand gekommen waren. Die meisten wa-ren Greise, einige sogar verstümmelt; diesen verspracher, sie in ihr Vaterland zurükzusenden, aber sie zogeneinen ruhigen Aufenthalt in Persien einer ungewissen Zu-kunft vor, und wollten ihre Leiden nicht in ihrem Va-terlande zur Schau tragen. Alexander beschenkte siereichlich, und empfahl die Sorge für diese Unglüklichendem Statthalter der Provinz.Persien war jezt gänzlich erobert, und der höch-ste Grad des Ruhmes erreicht; der Stolz der persischenKönige war mit ihrem Reiche gefallen, aber an dessenStelle trat ein durch Waffenglük verwilderter Ueber-muth des Siegers. Bei einem festlichen Gelage gabAlexander, wahrscheinlich im Wahnsinn übermäßigenTrunkes, den Befehl, den alten Pallast der Königevon Persien anzuzünden, uneingedenk, daß er nicht mehrfremdes, sondern sein Eigenthum zerstöre. Zwar schienihn die That zu reuen, aber die Rettung war zu spät,und nebst dem Pallaste sank auch ein Theil der altenKönigsstadt in den Flammen nieder. Dies war daserste Beispiel von Grausamkeit, bald folgten deren meh-rere, und die Griechen wurden belehrt, daß ihr vomFeinde unbesiegter Feldherr durch sein unwandelbaresGlük unterjocht sey. Die Geschichte, die seinen Hel-dengeist gewürdigt hat, wird von nun an auch die trau-rigen Folgen sinnlichen Genusses, den Mord erprobterFreunde und Gefährten seiner Siege, ungerechten Arg-wohn, thörigten Hochmuth, gränzenlose Eroberungssucht,ungemessene Verschwendung und alle jene Ausschweifun-gen erzählen, zu denen das Glük seine Günstlinge ver-dirbt; aber ungeachtet dieser mit seiner Erziehung undseiner Würde nicht übereinstimmenden Handlungen bliebihm dennoch der unerschütterliche Muth in Gefahren,und der Scharfblik, mit denen er die Regierungsge-schäfte

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