155Sechster Abschnitt.Dieser lange Aufenthalt ward von den Mazedoniern zurErholung bestimmt, aber hier ward bei den plözlichreich gewordenen Kriegern der Grund zur Ausgelassen-heit gelegt, die eine natürliche Folge des Müßiggangs ist.Von Babylon zog das Heer nach Susa. Auchhier ward eine sehr große Menge persischen Goldes ge-funden, und wie zu Babylon unter die Günstlinge undSoldaten vertheilt. Hier ließ Alexander die Mutterdes Darius und seine Kinder zurük, und zog dann ge-gen die Uxier, einen Völkerstamm, der eine gebirgige Ge-gend an der Gränze Persiens bewohnte. Madates, einerder treuesten Diener des Darius, befehligte hier einekleine aber tapfere Schaar, mit der er dem eindringen-den Feinde kühn widerstand. Als jedoch die Stadt indie er sich geworfen hatte, nicht länger vertheidigt wer-den konnte, ergab er sich auf ehrenvolle Bedingnisse.Der Eingang in die Provinz Persis, der von Susanach Persepolis durch einen engen Gebirgsweg führt,war nun noch zu erobern übrig. Dieser Engpaß wardvon Ariobarzanes mit einer nicht unbeträchtlichen Machtbeschüzt, die von den Schriftstellern auf fünf und zwan-zigtausend Mann angegeben wird. Alexander scheintkeinen Versuch gemacht zu haben, diesen Paß von vor-ne anzugreifen. Durch einen Umweg kam er dieserSchaar in den Rücken, die größtentheils getödtet odergefangen ward. Nun betrat der Sieger die ProvinzPersis, und besezte die Hauptstadt Persepolis. Hierin dem begünstigten Wohnsiz der Könige von Persien,fand er abermal sehr beträchtliche Vorräthe an Goldund Silber. Ueberhaupt betrug der unermeßliche Raub,den er in den Hauptstädten des persischen Reiches fand,gegen 360 Millionen Gulden, und eine kaum glaub-würdige Anzahl von Kameelen und Maulthieren wardmit den Kostbarkeiten der königlichen Wohnsitze beladen.Bei Persepolis fand er einige hundert griechische Gefan-gene,
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