Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der Griechen,154floh nach Medien. Hier versammelte er die Ueberbleib-sel seines geschlagenen Heeres, unter denen sich auchfünfzehnhundert Griechen befanden; er vermuthete sehrrichtig, Alexander würde sich zuerst der Hauptstädte derjezt durch den Sieg geöffneten Provinzen, und der indenselben liegenden Schätze bemächtigen; für die Zu-kunft besorgt, hatte er jedoch beschlossen, wenn er vondem Sieger nach Medien verfolgt würde, durch Par-thien und Hyrkanien in die Provinz Bactria zu ziehen,und alles Land hinter sich so zu verwüsten, daß die Ma-cedonier aus Mangel an allen Bedürfnissen des Lebensgezwungen würden, von dem weitern Vordringen abzu-stehen. Er sandte nun das was ihm noch an Schätzenübrig war, und die Geräthschaften der Bequemlichkeitsammt seinen Frauen durch die kaspischen Pforten vor-aus, er selbst blieb mit seinem kleinen Heere zu Ecba-tana, der Hauptstadt von Medien. Indessen zog Alex-ander nach Babylon. Diese große, wohlbevölkerte undfeste Stadt, deren Eroberung einst Cyrus nur durchAufopferung von vieler Zeit und dauernde Anstrengungzu vollenden vermochte, öffnete dem Sieger ohne Schwert-schlag die Thore. Mazäus, der Satrape von Assyrien,und Bagophanes, der Befehlshaber der Feste, warenzu Verräthern herabgesunken. Sie bestreuten die Stras-sen mit Blumen, und besezten sie mit Altären, von de-nen das auserlesenste Räucherwerk dampfte. Die Prie-ster sangen Hymnen, das Volk war den Macedoniernentgegen geströmt, und Alexanders Einzug in die Haupt-stadt Assyriens glich einem Triumphe. Der König selbstthronte auf einem hohen Wagen gegen die Sitte derGriechen. Die kostbarsten Geräthschaften des Dariusund unglaubliche Summen baaren Geldes wurden ihmausgeliefert, die er größtentheils mit königlicher Ver-schwendung unter sein Heer vertheilte. Mazaeus wardals Statthalter bestättigt; der Preis seines Verraths.Vier und dreisig Tage blieb Alexander in Babylon.Die-

e###1säb.