Geschichte der Griechen,152den entscheidenden Augenblik benutzend, warf sich mitseinen dicht geschlossenen Schaaren in die Oeffnungen.Die Phalanx folgte unmittelbar, und stürmte mit lau-tem Geschrei in den wankenden Feind. Ein Wahrsa-ger trat mit der Kleidung seiner Würde angethan un-ter die Macedonier; er rief mit lauter Stimme, einAdler sey über Alexanders Haupt geschwebt; das sicher-ste Zeichen des Sieges. Dieser Kunstgriff erhöhte denMuth der Kämpfenden, und die Flucht des Darius, derschimpflich unter den ersten war, die das Schlachtfeldverließen, entschied den leichten Sieg auf dieser Seite.Die Schlacht war jedoch noch nicht verloren, denn aufdem linken Flügel war Parmenio umringt; die Abthei-lungen des Mitteltreffens, von der Gefahr desselben un-terrichtet, waren zurükgeblieben, als der König mit demrechten Flügel angriff; dadurch entstand eine Lücke inder macedonischen Linie, die schnell von einigen Abthei-lungen der persischen und indischen Reiterei durchbrochenwar. Schon waren diese bis zu dem Lager der Macedo-nier vorgedrungen, und mit der Plünderung des Gepäk-kes beschäftigt, als die hinter der Phalanx aufgestell-ten Peltasten in geschlossenen Gliedern auf die umher-schwärmenden Feinde eindrangen, und sie in die Fluchtschlugen. Alexander, der von der Gefahr seines lin-ken Flügels Nachricht erhielt, ließ nun von der Ver-folgung des Darius ab, und eilte dem Parmenio zuHülfe. Die parthische und indische Reiterei warf sichihm muthig entgegen, und nun begann ein heftigesGefecht, in welchem sechzig von des Königs Gefährtengetödtet, und eine große Anzahl verwundet wurden.Unter diesen war Haephestion, Alexanders Liebling.Endlich wurden auch die Parther und Inder durch diebeharrliche Tapferkeit der Macedonier auseinander ge-jagt, und als der König bei seinem linken Flügel ein-traf, fand er auch hier die Perser hauptsächlich durchdie thessalische Reiterei geschlagen, und fliehend. Nichtsblieb
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