Sechster Abschnitt.147bedeutenden Rang unter den Städten des Orients ge-diehen. Allmählig ward sie die Hauptniederlage desganzen Welthandels, und behauptete diesen Rang durcheine lange Reihe von Jahrhunderten, bis die EroberungEgyptens durch die Araber unter dem Kalifen Omar, unddie Entdeckung des Vorgebirges der guten Hoffnungdurch die Portugiesen, dem östlichen Handel eine andereRichtung gaben.Alexander versah die Städte Memphis und Pelu-sium mit Besatzungen, und fuhr begleitet von seinen übri-gen Kriegern den Nil hinab nach Canopus. Von hieraus besuchte er das in Afrika und Asien hochverehrte Ora-kel des Jupiter Ammon. Der Tempel des Gottes, des-sen Ruinen neuere Reisende wieder entdekt haben, lagmitten in einer unübersehbaren Sandwüste auf einemdurch viele Quellen bewässerten und von Palmen beschat-teten Landstrich, aber der Weg, der zu diesem Heilig-thum führte, war äusserst beschwerlich, da kein Baum,kein Hügel den Wanderern einen Richtpunkt über die ödeSandfläche gab. Sie litten Mangel an Wasser, dennwas sie in Schläuchen auf Kameelen mit sich führten, warverzehrt, ehe sie noch eine Spur des Tempels entdekten.Man sagt Raben und Schlangen seyen ihre Führer durchdie Wüste gewesen. Ein leicht erklärbares Wunder, dadie Thiere zu ihrer Erhaltung mit sehr feinen Sinnwerk-zeugen versehen sind, und in großer Entfernung Wasserund Nahrung wittern. Endlich erreichte die Karavaneden Siz des Orakels. Der Tempel Jupiters war an ei-nem Hain erbaut, dessen dichtverwachsene Bäume ein ewi-ges Grün beschatteten. Eine Quelle, die um Mittag aus-nehmend kalt, und um Mitternacht sehr warm war, ent-sprang in der Nähe des Tempels. Alexander betrat nundas Heiligthum. Hier stand das Bild des Gottes; biszum Unterleibe glich dasselbe einem Widder, und war ganzmit edlen Steinen bedekt. Die Priester, die die Ursa-K 2che,
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