Geschichte der Griechen,146böcke niedergeworfen; über die niedergesunkenen Wällestürmten die Macedonier, und hieben die ganze Besaz-zung nieder. Die Weiber und Kinder wurden alsSklaven verkauft. Die Erzählung des Curtius, Alex-ander habe dem tapfern Batis die Fersen durchbohren,und ihn um die Stadt schleifen lassen, um dem Achill,der die Leiche Hektors um Troja schleifte, nachzuahmen,verdient kaum einer Erwähnung. Gaza ward aus derGegend neu bevölkert, und erhielt eine macedonischeBeſatzung.Von Palästina sandte der König sein Heer durchdie unwirthbare Wüste nach Egypten. Die Flotte warnach Pelusium vorausgesegelt, und nach einem Zugvon sieben Tagen traf auch Alexander in dieser Stadtein. Masaces, der persische Befehlshaber von Egyp-ten, hatte weder Kraft noch Willen zum Widerstand;die Hauptstadt Memphis ward ohne Schwertschlag über-geben, und die Provinz folgte willig diesem Beispiel.Ueberall ward der König als Herr des Landes aner-kannt, und seine Gegenwart in Memphis feierten dieGriechen nach der Sitte ihres Vaterlandes durch gym-nastische Spiele unter dem Jubelrufe des Volkes, dasgleichgültig gegen seinen Fürsten sich willig dem Besie-ger des Darius hingab. Auch glich Alexanders Zug nachEgypten mehr dem Besuch eines Königs in einer Pro-vinz seines Reiches, als eines Eroberers. Diese ruhi-ge Unterwerfung vergalt der König reichlich durch dieGründung einer Stadt, die er nach seinem Namen Alex-andrien nannte. Es war seinem Scharfblik nicht ent-gangen, welche Vortheile eine in der Nähe des rothenMeeres, und nahe am Ausfluß des Nils in das Mit-telmeer gelegene Stadt durch ihre für den Handel gün-stige Lage gewährte; er selbst zeichnete den Plan; durcheinen Kanal ward sie mit der See verbunden, und bin-nen zwanzig Jahren war Alexandrien bereits zu einembe-
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