Sechster Abschnitt.145Königs getreten. Diese Begebenheit wird indessen vonkeinen Geschichtschreiber erwähnt. Palästina, mit Aus-nahme der Gränzfestung Gaze war bereits früher denWaffen des Königs unterworfen, und so scheint die-selbe blos eine Erfindung der Juden zu seyn.Von Jerusalem zog Alexander vor Gaza, dem lez-ten bewohnten Ort an der Gränze von Palästina ge-gen die Wüste. Diese feste Stadt lag auf einer stei-len Anhöhe, umgeben, von Sümpfen und Sandflächen.Batis, einer der treuesten und tapfersten Befehlshaberim persischen Heere, vertheidigte diese Festung mit ei-ner Schaar von zehntausend Mann arabischer Mieth-völker, und hatte sich mit einem Ueberfluß von Vorrä-then zum Unterhalt der Besatzung versehen. Der Kö-nig erkannte die Wichtigkeit dieses Platzes, der dieStrasse von Palästina nach Egypten beherrschte, undes schien gefährlich, einen solchen Plaz im Rücken zulassen. Die Belagerung ward sogleich unternommen.Aber kaum näherten sich die Maschinen den Mauern,als sie durch einen wüthenden Ausfall in Brand gestektund zerstört wurden. Die Gegenwart des Königs zwangdie Belagerten zwar zum Rükzug, aber als er sich denMauern näherte, ward er durch einen Pfeil in dieSchulter verwundet, der aus einer Katapulte abgeschnelltwar. Diese Maschinen, deren Beschreibung uns diealten Schriftsteller hinterlassen haben, schossen auf einebeträchtliche Weite Pfeile von fünf Schuh Länge mitsolcher Gewalt ab, daß sie Schild und Panzer durch-drangen. Auch die Rüstung des Königs war der Ge-walt des Pfeiles nicht widerstanden, doch war die Wun-de nicht gefährlich, und die Belagerung ward mit dop-peltem Eifer fortgesezt, als die Kriegsmaschinen vonTyrus angekommen waren. So hartnäckig die Besaz-zung sich vertheidigte, so wurden dennoch die Mauernin ihren Grundfesten untergraben, und durch die Sturm-2 Band.böcke
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