Geschichte der Griechen,144Phönicien war nun dem Sieger unterworfen, undAlexander sezte jezt sein Heer in Bewegung, um sich derProvinz Palästina zu bemächtigen, und die Juden zuzüchtigen, weil sie sich geweigert hatten, die Macedonierwährend der Belagerung von Tyrus mit Lebensmitteln zuversehen. Doch der Zorn des Siegers ward durch dieEinwohner von Jerusalem abgewendet, die ihm flehendentgegen zogen. Sie waren sämmtlich weiß gekleidet (dasSterbekleid des jüdiſchen Volkes), an ihrer Spitze warder Hohepriester, die Mithra auf dem Haupte, auf der derName Jehova in goldenen Buchstaben strahlte. Der Kö-nig näherte sich, und beugte sich fromm vor dem sinnli-chen Ausdruk der Majestät Gottes. Erstaunt über dieseHandlung fragte Parmenio, warum er, da er so hoch überdie Menschen erhaben sey, den Hohepriester der Juden an-bete? Ich verehre nicht die Person dieses Priesters, ant-wortete Alexander, sondern den Gott, dessen Diener er ist,und dessen Name er an der Stirne trägt. Als ich zu Diumin Macedonien meine Gedanken auf den Krieg mit Per-sien gerichtet hatte, und über die Mittel zur Ausführungmeines Vorhabens nachsinnend, entschlafen war, sah ichim Traume eine Gestalt, ganz diesem Manne ähnlich,und eben so gekleidet. Ich erhielt die Versicherung, Gottwürde vor meinem Heere ziehen, und mir den Siegüber die Perser verleihen. Diese Worte wirkten mäch-tig auf den Muth der Macedonier, die in ihren Kö-nig den Vollstrecker des göttlichen Willens verehrten.Er opferte in dem Tempel zu Jerusalem nach den Ge-bräuchen der Juden, und erließ ihnen auf ihre Bittedie Abgabe des siebenten Jahres, weil nach den Gesez-zen dieses Volkes im siebenten Jahre alle Arbeiten imFelde untersagt waren, folglich weder Anbau noch Erntestatt fand; aber auch hier ward die waffenfähige Mann-schaft dem macedonischen Heere einverleibt. FlaviusJosephus, der Geschichtschreiber der Juden, sagt, essey eine große Menge freiwillig unter die Fahnen desKö-
###,##reits,######