Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
141
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Sechster Abschnitt.141Ufer bei der egyptischen Einfahrt des Hafens aufgeschla-gen war, bemerkte den Unfall der cyprischen Flotte;er ließ sogleich durch einige Schiffe den sidonischen Ein-gang sperren, und griff nun die Tyrer persönlich mitseinen stärksten Galeeren an. Dieser Uebermacht wider-stand die Tapferkeit der kühnen Seefahrer vergeblich.Sie konnten keine Hülfe aus dem gesperrten Hafen er-halten, und nach langem, heftigen Kampf verließen sieihre Schiffe, die jezt bereits zum Gefecht untüchtigwaren, warfen sich in die See, und erreichten schwim-mend die Stadt. Nur wenige Fahrzeuge entkamen,einige wurden versenkt, und zwei von den Macedoniernam Eingang des Hafens erobert.Auch der Verlust ihrer Flotte entmuthete die küh-nen Vertheidiger der Stadt nicht; die Macedonier nä-herten sich zwar jezt, ohne einen Angriff zur See be-fürchten zu müssen, aber noch waren die Mauern un-erschüttert, und Alexander mochte manchmal wünschen,eine Belagerung nicht angefangen zu haben, deren lan-ge Dauer seine Krieger ermüdete, und seine Sieges-bahn anhaltend unterbrach. Alles ward versucht, selbstder Aberglaube, der immer gewaltig auf die gemeineKlasse des Volkes wirkt, erhielt seine Rolle; ein Traumdes Königs, wo ihm Herkules, der Schuzgott von Ty-rus, die Hand gereicht hatte, und ein zweiter, wo ihnein Satyr lange nekte, und sich endlich von ihm fan-gen ließ, wurde von den Wahrsagern zu Gunsten desKönigs ausgelegt; mit einem Eifer, der an Begeiste-rung gränzte, kämpften die Macedonier, die Tyrer mitWuth für ihre Erhaltung. Mehrere Stürme wurdentapfer zurükgeschlagen, aber die Gefangenen wurden vonden Belagerten mit kalter Grausamkeit im Angesicht derFeinde geschlachtet, und ihre Körper in die See gewor-fen. Sie rissen mit Haken die auf den Fallbrücken derThürme Kämpfenden herab, und die so auf Sturmlei-tern