Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
140
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Geschichte der Griechen,140ten den Muth der Belagerten nicht erschüttern, die ohn-erachtet der von Karthago erhaltenen Nachricht, daß sievon dieser jezt im Kriege mit Syrakus befangenen Stadtkeine Hülfe erwarten könnten, dennoch ihre Wälle mitmusterhafter Entschlossenheit vertheidigten. Sie errich-teten Thürme auf ihren Mauern, welche die auf Schiffensich nähernden Sturmböcke der Macedonier mit unge-heuern Steinen zerschmetterten; ihre Feuerpfeile stektendie feindlichen Galeeren in Brand, und die Annähe-rung der Schiffe verhinderten sie durch die Versen-kung großer Steinmassen, die mit langwieriger Ar-beit von den Belagerern aus der Tiefe gehoben wer-den mußten. Die zu diesem gefährlichen und mühe-vollen Geschäft bestimmten Fahrzeuge mußten vor An-ker gehen, und waren mit großen Winden versehen,aber die tyrischen Taucher zerschnitten unter dem Was-ser die Seile, und die Macedonier konnten ihren Zwek,das Fahrwasser zu reinigen, nur dadurch erreichen, daßsie ihre Anker durch Ketten befestigten. Nun konntendie Sturmböcke den Mauern näher gebracht werden,aber die entschlossenen Tyrer machten jezt einen Versuch,die Abtheilung von Alexanders Flotte zu zerstören, dievor dem Eingang des Hafens lag, der nach Sidonführte. Sie trafen hiezu die nöthigen Vorkehrungen;die enge Einfahrt ward mit Segeltüchern verhängt, umdie Macedonier zu hindern, die Rüstung wahrzunehmen,und siebenzehn der stärksten Galeeren mit den erfah-rensten Seeleuten und den tapfersten Kriegern bemannt.Der Angriff geschah um die Mittagsstunde, wo die Ma-cedonier gewöhnlich von den Arbeiten des Morgens aus-ruhten, auf die Abtheilung ihrer Flotte, die aus derInsel Cypern gekommen war, und zunächst an dem sido-nischen Eingang des Hafens lag. Die Tyrer fielen siemit so unwiderstehlicher Gewalt an, daß viele Schiffein den Grund gebohrt wurden, und mehrere am Ge-stade scheiterten. Alexander, dessen Zelt am jenseitigenUfer