150Sechster Abschnitt.me erbauen, um seine Arbeiter gegen den Angriff derfeindlichen Schiffe zu beschützen; kaum waren diese Thür-me fertig, und die Kriegsmaschinen aufgepflanzt, alsdie Belagerten durch Feuer in einem Tage das Werkmehrerer Wochen zerstörten. Kurz hernach erhob sichein Sturm, der den ganzen Damm von Grund ausdurchwühlte und zertrümmerte. Diese Unfälle schienenjedoch den Ehrgeiz des Königs noch mehr zu reizen; erließ aus den benachbarten Wäldern des Antilibanus Holzzu einem neuen Damm hauen, und leitete persönlich dieAnlage, die weit stärker als die vorige gemacht ward.Doch diese Anstrengung wäre wahrscheinlich eben sofruchtlos gewesen, als die erste, wenn die Tyrer nichtdurch eine Flotte von mehr als zweihundert Kriegsschifen auf ihren Hafen beschränkt worden wären, die Alex-ander in den Häfen der eroberten Städte auszurüstenbefohlen hatte.Sobald diese Flotte vor Tyrus angekommen war,konnte der König die Ueberlegenheit seiner an Zahl undBemannung stärkeren Schiffe benutzen, und die Feindemit gleichen Waffen bekämpfen. Die Tyrer unterließenindessen nicht, den Belagerern auf alle mögliche WeiseAbbruch zu thun. Ihre Taucher, die durch das Aufsu-chen der Purpurmuscheln in der Tiefe des Meeres, desvorzüglichsten Gewerbzweiges dieser Stadt, ungemeineFertigkeit im Untertauchen erworben hatten, schwam-men unter dem Wasser an den Damm, und befestigtenSeile an dem hervorragenden Holz, die dann durchWinden angeſpannt wurden, und die Grundlagen desDammes losrissen. Doch diese Beschädigungen wurdendurch die beharrlichen Anstrengungen der Macedonierbald wieder ausgebessert, und der Damm bis nahe andie Mauern der Stadt mit vielem Verlust an Zeit undMenschen fortgeführt. Jezt beschloß Alexander einenAngriff zu Wasser und zu Lande. Seine Anstalten konn-ten
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