Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
138
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Geschichte der Griechen,138ger erzeugt und erhält, aber die Bewohner von Tyrus hat-ten durch ihre ausgebreitete Schifffahrt, und durch die mitweiten Reisen zur See verbundenen Gefahren diese Tu-gend bewahrt; sie waren mit allen zur Vertheidigung noth-wendigen Gegenständen reichlich versehen; ihre Stadt warmit mehr als vierzigtausend wehrhaften Männern bevöl-kert, hinreichende Vorräthe an Lebensmitteln sichertendie Nahrung, ihre Verbindung mit Karthago ließ sie Un-terstützung von diesem mächtigen Staate erwarten, ihreLage auf einer Insel erschwerte den feindlichen Angriff,eine mächtige Flotte mit geübten Seeleuten besezt, undihre mehr als hundert Fuß über die Meeresfläche sich er-hebenden Mauern konnten die Hoffnung aufrecht erhal-ten, Alexanders Glük würde an Tyrus seine Gränzefinden. Auch erfuhr der König hier einen Widerstand,der seine Erwartung übertraf, und die Belagerung die-ser Stadt war das schwerste Probestük seines Heereswährend dem Kriege gegen die Perser.Als das macedonische Heer im Angesicht der Stadtgelagert war, und der König ihre Lage untersucht hatte,fand er, daß der Angriff unmöglich sey, wenn nicht einfester Damm vom Ufer des Meeres gegen die Insel ge-führt würde. Dadurch war der doppelte Zwek erreicht,daß die Belagerungsmaschinen an die Mauer gebrachtwerden konnten, und daß einer der beiden Eingänge desHafens gesperrt wurde. So lange die Belagerer nahean dem festen Lande mit dem Baue beschäftigt waren,gieng die Arbeit rasch vorwärts, aber so wie die Tiefedes Wassers zunahm, ward die Unternehmung schwieriger;die Belagerten schnellten von den hohen Wällen ihre denWurfspiesen an Größe ähnlichen Pfeile aus den Kata-pulten mit solcher Gewalt auf die Arbeiter, daß sie dieFlucht ergreifen mußten. Auch die Schiffe der Tyrer,die noch Herren zur See waren, verzögerten den Fort-gang des Werkes. Vergeblich ließ der König zwei Thür-me