136Geschichte der Griechen,keit bis jezt noch verschmähte, gab diesem Kästchen eine ed-lere Bestimmung. Die von Aristoteles durchgesehene Iliadedes Homer ward hineingelegt, und diese Abschrift ward fort-an die Ausgabe des Kästchens genannt. Da nicht nurDarius, sondern auch alle seine Verwandten und die Be-fehlshaber des Heeres mit ihren Frauen und allem Prunk-geräthe in den Krieg gezogen, und auf ihrer eiligenFlucht blos auf die Rettung ihres Lebens bedacht wa-ren, so war die Beute des Lagers u. (“)äzbar. An baa-rem Gelde wurden jedoch nur dreitausend Talente vorge-funden, denn der königliche Schaz war in der festenStadt Damaskus niedergelegt, die einige Zeit nach derSchlacht von Parmenio erobert wurde. Aber die Mut-ter des Darius, seine Gattin und zwei Töchter, nebstseinem unmündigen Sohn fielen in die Hände des Sie-gers. Diese Frauen waren durch die Nachricht, manhabe den Mantel des Königs in den Händen der Ma-cedonier gesehen, in die äusserste Bestürzung versezt,denn sie glaubten, der König sey getödtet. Alexanderlies ihnen sogleich sagen, Darius sey am Leben. Amfolgenden Tage besuchte er seine königlichen Gefangenenselbst. Er war blos von Hephästion, seinem vertrau-ten Freunde, begleitet. Als er in das Zelt trat, nähertesich Sysigambis, die Mutter des Darius, um sich nachder Sitte des Morgenlandes zu den Füßen des Königszu werfen. Sie wandte sich an Hephästion, der abersogleich zurüktrat. Sysigambis bemerkte ihren Irrthum,aber der König reichte ihr die Hand, und sagte: du ir-rest nicht, denn auch dieser ist Alexander. Er behan-delte die Mutter des Darius mit kindlicher Ehrerbietung,und dessen Gemahlin Statira mit jener Achtung, diedas traurige Loos dieser erhabenen Gefangenen wirklicherleichterte. Dieses edle Benehmen ist einer der herr-lichsten Züge in dem Leben Alexanders, der im Augen-blik des Sieges über einen mächtigen Feind sich mit demschön-
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