Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
135
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Sechster Abschnitt.135nach der Forderung des damaligen Zeitalters sich durchpersönliche Tapferkeit vor allen seinen Gefährten aus-zeichnete. Aber er fand am Darius keinen würdigenGegner. Dieser Fürst, der durch Muth zu dem Thronvon Persien gelangt war, schien diese Tugend an dem Ta-ge verloren zu haben, an dem die Krone sein Hauptschmükte. Er flob zaghaft, als er die Flucht seineslinken Flügels wahrnahm, und seine Flucht war dasZeichen zur gänzl in Verwirrung seines großen Hee-res, von dem nicht einmal der vierte Theil zum Ge-fecht gekommen war. Ueber sechzigtausend Mann anTodten und vierzigtausend Gefangene verloren die Per-ser in dieser Schlacht. (J. v. C. 333.) Die meistenfielen auf der Flucht. Die Nacht verhinderte die Ge-fangennehmung des Königs, der in seinem Wagen dasSchlachtfeld verließ; als er an die Gebirge kam, be-stieg er ein Pferd, um seine Flucht zu beschleunigen.Hier warf er seinen Schild, Bogen und Mantel ab, dieden Macedoniern zur Beute würden. Alexander hatteeine leichte Wunde am Schenkel erhalten, die ihn nichthinderte, bei dem Gastmahl nach der Schlacht gegen-wärtig zu seyn. Der Verlust, den sein Heer an die-sem Tage erlitt, war ihm sehr empfindlich. Ptolomäus,der Sohn des Seleucus, und hundert und zwanzigseiner tapfersten Krieger waren in dem heftigen Kam-pfe mit den griechischen Söldnern gefallen. Ausser die-sen war der Verlust der Macedonier unbedeutend, denndie meisten Barbaren fielen wehrlos und ohne Wider-stand, indem sie sich durch die Flucht zu retten suchten.Die Macedonier eroberten das persische Lager; dasZelt des Darius enthielt ausser vielen andern Kostbarkei-ten auch ein Kästchen, das mit vieler Kunst gearbeitet,und mit den kostbarsten Edelsteinen verziert war. DieWohlgerüche und Salben des Königs wurden darin auf-bewahrt. Alexander, der diese Bedürfnisse asischer Ueppig-keit