134Geschichte der Griechen,Die griechischen Söldner, dreisigtausend an der Zahl,wurden der macedonischen Phalanx gegenüber gestellt,eine fast doppelt so starke Schaar schwerbewaffneterBarbaren dekte ihre Flanken. Eine Abtheilung der per-sischen Reiterei und leichten Fußvolkes, zusammen fünf-zigtausend Mann, war über den Fluß Pinarus geschiktworden, um Plaz zur Aufstellung der Schlachtlinie zugewinnen, und zwanzigtausend Mann waren auf derAnhöhe gestellt, an die sich der rechte Flügel der Ma-cedonier lehnte. Die Perser hatten die Ufer des Pi-narus der beid e Heere trennte, verschanzt; dies war dieStellung der Schlachtordnung auf beiden Seiten.Alexander ritt vor dem Anfang des Treffens durchseine Linien; er erinnerte die Unterbefehlshaber ihresalten Waffenruhmes, und mäßigte den Ungestüm sei-ner Krieger, indem er ihnen gebot, mit langsamen, re-gelmäßigem Schritte sich dem Feinde zu nähern, damitdie Phalanx nicht gebrochen würde. Jezt ward dasZeichen zum Angriff gegeben. An der Spitze der ma-cedonischen und thessalischen Reiterei sezte der Königüber den Fluß, und griff mit unwiderstehlichem Muthedie persischen Geschwader an. Diese räumten nach kur-zem Widerstand den Kampfplaz, aber indem der Königdie Flüchtigen eifrig verfolgte, entstand eine Lücke zwi-schen seiner Reiterei. Die Phalanx der griechischenSöldner benuzte diesen Augenblik, und warf sich mitUngestümm in die Oeffnung. Hier entstand ein hart-näckiger Kampf. Die Macedonier suchten mit ihrergewöhnlichen Tapferkeit die Ehre ihrer Phalanx zu be-haupten, die griechischen Söldner, mit gleichen Waffenwie ihre Gegner gerüstet, stritten für ihren alten Ruhm.Sie wurden endlich durch den Angriff des von derVerfolgung des flüchtigen Feindes zurükkehrenden Kö-nigs überwältigt, der an diesem denkwürdigen Tage nichtnur die Pflichten des Feldherrn erfüllte, sondern auchnach
1⛪sM dn10#