Sechster Abschnitt.133gezogen; seine griechischen Räthe, unter diesen besondersAmyntas, ein Flüchtling aus Macedonien, hatten ihmden klugen Rath gegeben, den Feind in der Ebene beiSochos zu erwarten, wo das ganze persische Heer aufeiner weiten Fläche sich bewegen konnte, und besondersdie sehr zahlreiche Reiterei den Vortheil eines unbe-schränkten Raumes hatte; aber Darius verwarf diesenklugen Rath; verleitet durch jene verderbliche Brutvon Schmeichlern, die der Wahrheit den Zutritt zuden Ohren der Könige versperren, schrieb der betroge-ne Fürst die durch Alexanders Krankheit entstandene Zö-gerung der Feigheit seines Gegners zu. Als das per-sische Heer über die Amanischen Berge gezogen war, be-zog dasselbe ein Lager an dem Meerbusen Issus; dieStadt gleichen Namens ward von Darius besezt, unddie kranken Macedonier, die hier gefunden wurden, mitkalter Grausamkeit ermordet.Kaum hatte Alexander von dem Marsch der Per-ser Nachricht erhalten, als er denselben mit seiner gan-zen Macht folgte. Während seinem Zug durch die Ge-birge war sein Heer in eine einzige Marschsäule gestal-tet, aber sobald es der Raum erlaubte, traten alle Ab-theilungen in die Linie, und zogen in Schlachtordnunggegen den Feind. Die Phalanx bildete in sechs Ab-theilungen das Mitteltreffen; die Reiterei stand auf denFlügeln, der rechte Flügel, von dem König angeführt,lehnte sich an eine Anhöhe, der linke, unter Parme-nio's Befehl, stüzte sich an die See. Darius, der jezteinsah, daß sein Gegner gegen alle Erwartung ihm kühnunter die Augen trat, gerieth in große Verlegenheit.Der beschränkte Raum des Schlachtfeldes gestatteteihm nicht, sein Heer in regelmäßige Schlachtordnungaufzustellen; die ungeheuere Menge, zwischen dem Meer-buſen und den Gebirgen eingekeilt, ſtand in tiefenMassen, und hinderte sich selbst in ihren Bewegungen.Die
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