Geschichte der Griechen,132aber das Vertrauen, das er auf die Treue seines Arz-tes von Kindheit an gesezt hatte, ward dadurch nichtgeschwächt. Mit Zuversicht empfieng er den Trank ausPhilipps Händen, und leerte den Becher, während erihm den Brief des Parmenio überreichte. Philipp lasdiesen Brief mit jenem edlen Unwillen, den das Bewußt-seyn der Unschuld erregt; er ermunterte den König durchdas Versprechen baldiger Genesung, und nach drei Ta-gen stand Alexander wieder gesund an der Spitze seinerKrieger.Während dieses Ereignisses hatte Darius, dessenKriegsheer in den Ebenen bei Babylon versammelt war,beschlossen, seinen Gegner in Cilicien aufzusuchen. Die-ses Heer bestand aus mehr als sechsmalhunderttausendStreitern; die Perser, Armenier, Meder, Baktrier,Hyrkanier und mehrere andere Nationen dieser großenMonarchie hatten zu diesem Zuge ihre Mannschaft ge-stellt. Eine ungeheure Menschenmasse, die sich selbstin ihren Bewegungen hinderte, und der es durchaus antreuen und kriegskundigen Anführern gebrach. Dieseunbehülfliche Menge ward noch unlenksamer durch dasGefolge des Königs, seiner Gemahlinnen, seiner Mut-ter und der übrigen Verwandten des königlichen Hau-ses, das mit allem Prunk des Morgenlandes umgebensich an das Heer anschloß. Hiezu mag man sich dieunzählbare Menge von Pferden, Zug- und Lastthierendenken, die theils zum wirklichen Kriegsdienst, theilszur Zufuhr der Lebensbedürfnisse erforderlich waren.Das persische Heer hatte sich in den Ebenen von So-chos, in der syrischen Provinz Comagene gelagert, undwar nur zwei Tagreisen von Cilicien entfernt. Alexan-der zog sogleich durch die syrischen Pforten, um denFeind aufzuſuchen, aber zu gleicher Zeit war Dariusgegen die Meinung der in seinen Umgebungen befind-lichen Griechen in die Engen des Amaniſchen Gebirgesge-.
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