Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
131
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Sechster Abschnitt.131Herrschaft dieses Landes antrug, und nun sezte er seinenZug nach Cappadozien fort. Auch dieſe Provinz un-terwarf sich ihm ohne Widerstand; als er sich Ciliciennäherte, erfuhr er, daß Arsames, der Statthalter die-ses Landes, den Engpaß besezt hatte, der aus Cappa-docien nach Tarsus, der Hauptstadt von Cilicien, führt.Diesen Engpaß nannte man das Thor von Cilicien. Hierkonnte eine entschlossene Schaar das zahlreichste Kriegs-heer aufhalten. Der Weg war so schmal, daß kaumvier Mann neben einander durchziehen konnten, undüberdieß war derselbe durch die Bäche gebrochen, diesich von den Gebirgen herabstürzten. Alexander ließ dieschwerbewaffneten Truppen in seinem Lager zurük, undbrach blos von einer leichsbewaffneten Schaar begleitetauf, um die in dem Engpaß gelagerten Perser zu überfallen.Aber bei der Ankunft des Königs waren die feigen Bar-baren bereits geflohen; eilig zogen sie nach Tarsus, umdiese reiche Stadt zu plündern; sie erreichten jedoch ihrenZwek nicht, denn der König war ihnen so schnell gefolgt,daß seine Vorhut dem Brande Einhalt thun konnte,den die Perser, wahrscheinlich um ihre Flucht zu decken,veranlaßt hatten. Hier ward Alexander von einer gefähr-lichen Krankheit befallen. Ermüdet durch den schnellenMarsch an einem heißen Sommertage warf er sich, vonStaub und Schweiß bedekt, in den Fluß Cydnus, der in ei-nem Felsenbette durch die Stadt fließt. Augenbliklich wardder König von einem Fieber überfallen, dessen Heftigkeit beiseinem ganzen Heere die lebhafteste Besorgniß erwekte.Er ward entkräftet in sein Zelt getragen. Philipp ausAcarnanien, einer der Aerzte des Königs, bereitete ei-nen Trank, von dem er die Wiederherstellung seinesHerrn und Freundes erwartete. Aber während Phi-lipp mit Bereitung der Arznei beschäftigt war, erhieltAlexander einen Brief von dem wachsamen Parmeniomit der Warnung, der Arzt Philipp sey von Dariusbestochen. Dieser Brief beunruhigte zwar den König,I 2aber