Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
130
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Geschichte der Griechen,130Ende nicht wahrnehmen konnte. Ein altes Orakel hattedie Herrschaft über Asien demjenigen versprochen, der die-sen Knoten lösen würde. Der König zerhieb denselbenmit dem Schwert, und die Priester erklärten, der Spruchdes Orakels ſey erfüllt.Indessen hatte der König von Persien, beunruhigtdurch die Eroberungen seines Gegners, nicht nur einzahlreiches Heer versammelt, sondern sich des leichtenund verächtlichen Mittels häuslichen Verraths gegen ei-nen Feind bedient, dessen Tapferkeit ihm furchtbar war.Es gelang ihm, den Befehlshaber der thessalischen Rei-terei durch Verheißung des macedonischen Königreichesund einer sehr beträchtlichen Summe Geldes zum Morddes Königs zu verleiten. Der Name dieses Verrätherswar Alexander, und der Rang, den er im Heere beglei-tete, schien die Ausführung seines Verbrechens zu er-leichtern. Parmenio's Wachsamkeit entdekte jedoch dasVorhaben dieses Undankbaren, der erst kürzlich von demKönig unter die Zahl seiner Gefährten aufgenommen war,und nun den verdienten Lohn seines Verrathes empfieng.Ein Angriff auf Macedonien, den Darius wahrscheinlichauf den Rath des Memnon beschlossen hatte, war ganzgeeignet, Alexanders siegreiche Fortschritte zu hemmen,und ihn zur Vertheidigung seines eigenen Landes abzuru-fen. Dreisigtausend griechische Söldner wurden zu die-sem Entzwek bestimmt, und Memnon, dem der Ober-befehl über dieses Heer aufgetragen war, hatte bereitsChios erobert, und war mit der Belagerung von Mity-lene auf der Insel Lesbos beschäftigt als er starb. SeinTod befreite Alexandern von vielen Besorgnissen, undDarius verlor an ihm seinen tapfersten und thätigstenFeldherrn. Die zum Angriff von Griechenland bestimm-ten dreisigtausend griechischen Söldner zogen sich zurük,und stießen zu dem Heere der Perser. Der König erhieltjezt eine Gesandtschaft aus Paphlagonien, die ihm dieHerr-