Sechster Abschnitt.129Gegend näherte, wo die am Gestade sich brechenden Wel-len den Weg versperrten, trat plözlich ein Wind aus Nor-den ein, und das Heer zog ohne Verlust durch diese ge-fahrvolle Strasse. Dieses Ereigniß hob die Zuversichtder Krieger auf das Glük ihres Anführers, und ihre Er-wartung ward durch den Aberglauben bestärkt, die jeder-zeit den entscheidendsten Einfluß auf die Gesinnungen desVolkes geäussert hat. Eine Quelle in Lycien sollte näm-lich eine kupferne Platte ausgeworfen haben, auf der inalten Charakteren der Umsturz des persischen Reichesdurch die Griechen verkündet war. In Perga fand Alex-ander Abgeordnete der Stadt Aspendus. Sie erbotenſich, die Stadt zu übergeben, unter dem Beding, daßihnen die Last einer Besatzung nicht aufgebürdet würde.Der König sagte dieses zu, aber er forderte fünfzig Ta-lente und dieselbe Anzahl von Pferden, die sie jährlichan den König von Persien zu liefern hatten. Die Ge-sandten genehmigten diese Forderung, aber ihre Mit-bürger versagten die Erfüllung, doch als Alexander selbstin Aspendus mit einem Theil seines Heeres erschien, unddie Einwohner, die sich in die obere Stadt gezogen hat-ten, eine Belagerung fürchteten, lösten sie sich willig durcheine Summe von hundert Talenten, die der König zurStrafe für ihren Uebermuth verlangte; die für die Per-ser bestimmten Pferde wurden ausgeliefert, und die vor-nehmsten Bürger als Geissel ausgehoben.Die aus Griechenland zur Ergänzung des macedo-nischen Heeres bestimmte Mannschaft war jezt angekom-men, und Alexander hatte den Parmenio nach Gor-dium, der Hauptstadt von Phrygien, beschieden. Erselbst führte seine Krieger durch die Gebirge von Pisi-dien. Als er in dem Wohfiz der alten Könige von Phry-gien angelangt war, zeigte man ihm den Wagen desGordius, dessen Deichsel mit dem Joch durch einen Kno-ten verbunden war, von dem man den Anfang oder das2 BandEnde
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten