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Sechster Abschnitt.127Durch diese Maasregel erwarb sich der König die Lie-be seiner Krieger im hohen Grade, und um so freu-diger eilten die Jünglinge aus Macedonien und Grie-chenland zu seinen Fahnen. Doch Alexanders Sorg-falt erstrekte sich nicht blos auf die Werkzeuge seinerSiege; mit einer Klugheit, die von allen Eroberernnachgeahmt zu werden verdient, und die vielleicht blo-ser Antrieb seiner natürlichen Gefühle war, sicherte erdie Früchte seines Kampfes. Die Barbaren, die er vomAnbeginn des Krieges nicht als Sklaven sondern alsUnterthanen behandelte, sahen und fühlten den Unter-schied zwischen milder Herrschaft und despotischem Zwang;sie gehorchten gerne des Eroberers sanftem Zepter, undfühlten sich jezt viel glüklicher, als unter der Geissel ihrerSatrapen, die bisher mit derselben Willkühr ihre Unter-gebenen drängten, mit der sie selbst von den persischen Kö-nigen beherrscht wurden. Noch günstiger war das Loos derasischen Griechen, deren Wohnsitze über die durch den glük-lichsten Himmelsstrich und zum Handel vortheilhafteste La-ge gesegneten Küsten des Pontus, der Propontis undKleinasiens zerstreut waren. Die zahlreichen Städte diesesgroßen Landstrichs waren bereits in dem Zeitalter zu einemhohen Grad von Kultur empor gestiegen, als in dem ei-gentlichen Griechenland, ihrem Mutterlande, Künste undWissenschaften noch in der Kindheit lagen; man kann so-gar ohne den geschichtlichen Glauben zu verletzen, behaup-ten, daß von hier die Erstlinge der Künste und Wissen-schaften nach Europa übergegangen sind. Diese Städtebildeten eben so viele unabhängige Staaten, die ihre ei-genen Verfassungen hatten, aber es bestand zwischen ih-nen keine Bebindung, durch die sie ihre Selbstständig-keit gegen den Angriff herrschsüchtiger Nachbarn beschüz-zen konnten. Daher wurden sie bald die Beute der Kö-nige von Lydien, und durch die Eroberungen des Cyrus,der persischen Könige. Sie waren die Veranlassung zudem großen Kampfe des Darius Hystaspes und des Ker-res