110Fünfter Abschnitt.tentheils aus griechischen Söldnern, unter dem BefehlMemnons, dessen wir bereits erwähnt haben, und derunter den Anführern des persischen Heeres an Klugheitund Muth den ersten Rang behauptete. Aber als Grie-che von Geburt war er den Satrapen verhaßt undverdächtig, die, obgleich persönlich tapfer, dennoch durchihre Unthätigkeit bei den Rüstungen Alexanders, unddurch ihre Verachtung von Memnons weisen Rath ihreUnfähigkeit im Kriege bewiesen. Die ganze Anzahl derunter den Fahnen der Satrapen des großen Königs ver-sammelten Krieger war mehr als hunderttausend.Alexander hatte kaum erfahren, daß ein persischesHeer an dem Flusse Granicus gelaget sey, als er oh-ne Verzug vorrükte, um demselben eine Schlacht zuliefern. Sein schweres Fußvolk zog in zwei Abtheilun-gen, auf den Flügeln war die Reiterei, und im Rük-ken das Gepäk. Eine Schaar leichtes Fußvolk und ei-ne Schwadron Lanzenträger waren als Vorhut abgesandt,um die Furthen des Flusses zu untersuchen. Als derKönig angekommen war, rieth Parmenio, in Schlacht-ordnung zu lagern, damit die Truppen ruhen, und amandern Morgen mit frischer Kraft den Uebergang ver-suchen könnten; auch schien es dem erfahrnen Kriegergefährlich, im Angesicht des Feindes über einen Flußzu gehen, dessen Bette uneben und tief, dessen Stromheftig, und dessen jenseitige Ufer sehr steil waren; Par-menio glaubte, ein solches Wagestük sey nicht nöthig, in-dem die Feinde in der künftigen Nacht zuverläßig ih-ren Rükzug antreten würden, aber der König, der dieMacht des ersten Eindruks kannte, war anderer Mei-nung. Er beschloß sogleich die Schlacht, überzeugt, daßdie Perser durch die Kühnheit seines Unternehmens über-rascht, dem Angriff des macedonischen Heeres nicht lan-ge Widerstand leisten würden. Er befahl seinen Gefähr-ten, ihres alten Ruhmes eingedenk zu seyn, sezte sichan
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