Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
117
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Fünfter Abschnitt.117übergesezt. Der König selbst lenkte das Fahrzeug, aufdem er über die Meerenge gieng, und sprang muthigin voller Rüstung aus dem Schiffe auf die feindlicheKüste; das Heer nahm diese Handlung als eine gün-stige Vorbedeutung auf. Nun gieng der Zug nach Phry-gien. An den Ruinen von Troja feierte der König dasGedächtniß des Achilles durch kriegerische Spiele, undprieß das Glük dieses Helden, weil er an Patrokiuseinen treuen Freund, und an Homer einen würdigenSänger seiner Thaten gefunden hatte.Die Nachrichten von den Rüstungen Alexanderswaren dem König von Persien nicht unbekannt geblie-ben. Codomannus, der als König den Namen Dariusannahm, hatte den persischen Thron fast zu derselbenZeit bestiegen, wo Alexander seinem Vater in der Re-gierung gefolgt war. Häusliche Empörungen, das ge-wöhnliche Ereigniß bei den Regierungsveränderungendes alten Morgenlandes, zu dämpfen war das ersteGeschäft des persischen Königs; sein Volk, einst armund kriegerisch, war durch die Eroberungen seiner Vor-fahren reich und üppig geworden, der Geist des erstenCyrus, des Stifters der Monarchie, war von denPersern gewichen, und an dessen Stelle war ausschwei-fende Liebe zu sinnlichem Genuß getreten, ein Wechsel,der bei jedem Volke der Vorbote des politischen Un-terganges ist. Dazumal umfaßte das persische Reich dieschönsten Provinzen von Asien und Afrika, unermeßlichwaren die Einkünfte des Königs, eben so unermeßlichdie Streitkräfte der unter seinem Zepter vereinten Na-tionen, aber diese Kräfte waren nicht geordnet, undmehr als fünfzigtausend Griechen, die entweder aus ih-rem allmählig in den Stand der Abhängigkeit gesun-kenen Vaterlande entflohen waren, oder durch Gewinn-sucht und Hang nach Abentheuern getrieben, unter denFahnen des großen Königs fochten, bildeten den Kerndes