Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
116
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Geschichte der Griechen,116ste Nation des Abendlandes rathschlagte über die Mittel,die größte Monarchie der Welt in ihren Grundfesten zuerschüttern, und die rohe Kraft des Morgenlandes un-ter die Macht geistiger Ausbildung zu beugen. Dielange genährte Rache der Griechen für die Zerstörungihrer Wohnsitze durch die Heere der persischen Könige,standen im Einklang mit der Eroberungssucht eines jun-gen, thätigen Fürsten, der den Glanz seiner Waffenüber die ganze bekannte Erde zu verbreiten für diehöchste Stufe seines Glückes hielt. Rastlos mit die-ser Idee beschäftigt, widerstand er dem Wunsche desParmenio und Antipater, den ehrwürdigsten unterseines Vaters Räthen, nicht eher in den Osten zu zie-hen, bis er durch Heirath und Erzeugung eines Soh-nes die Thronfolge der Monarchie gesichert habe. Ervertraute dem Antipater die Statthalterstelle in Ma-cedonien und Griechenland; ein Heer von mehr alszwanzigtausend Mann, meistens Macedonier, ward demOberbefehl des Statthalters untergeben, um währenddem Zuge nach Persien die Ruhe in Griechenland undden Gränzprovinzen Macedoniens zu sichern, und nunordnete Alexander das Heer, das zum Angriff des persi-schen Reiches bestimmt war. Es bestand nach ArriansZeugniß aus ungefähr fünftausend Reitern, und etwasmehr als dreisigtausend Mann zu Fuß. Vermuthlichwaren jedoch die Leichsbewaffneten, die Bogenschützen undSchleuderer in dieser Zahl nicht begriffen, denn nachgriechischer Sitte wurden nur die Schwerbewaffnetengezählt. Daher ist der oft bei den Schriftstellern vor-kommende unter allem Verhältniß stehende Verlust derSieger gegen die Besiegten zu erklären.Zwanzig Tage brachte das Heer auf dem Zuge nachSestos, am Hellespont, zu. Hier lagen die Transport-schiffe und eine Kriegsflotte von hundert und zwanzigGaleeren; die Truppen wurden unverzüglich nach Asienüber-