Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
115
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Fünfter Abschnitt.115schuldigt werden, und Alexander gab selbst bei der Zer-störung Thebens das Beispiel, da er jene Bürger zuschonen befahl, die mit den Macedoniern im Verbandedes Gastrechts standen. Er forderte von den atheni-schen Gesandten die Auslieferung des Demosthenes, desHyperides, und noch fünf anderer Redner, denen erhauptsächlich den Haß des athenischen Volkes gegen dieMacedonier zuschrieb. Auf diese Forderung beschloßdas Volk, daß die Redner vor Gericht gezogen, undso bestraft werden sollten, wie sie es verdienten. Beidieser Gelegenheit erzählte Demosthenes dem Volke ei-ne Fabel von den Wölfen und Hunden. Die Wölfe,sprach er, verlangten von den Schaafen als Bedingnißdes künftigen Friedens die Auslieferung der Hunde.Die Anwendung dieser Worte war sehr natürlich, derRedner wollte zeigen, daß die Heerde verloren sey, wennihr die Wachsamkeit und der Schuz der Hunde entzo-gen würde.Alexander, der wie sein Vater eine entscheidendeVorliebe für Athen besaß, war zufrieden mit der Be-reitwilligkeit des Volkes, sich nach seinem Willen zufügen. Demades, ein Freund der Macedonier, undvorzüglich mit der Freundschaft des Königs beehrt,übernahm die Gesandtschaft, und Alexander bestand nichtauf der Auslieferung oder Bestrafung der Redner. Erkehrte jezt nach Macedonien zurük. Die Gesandten al-ler griechischen Staaten, Sparta allein ausgenommen,folgten ihm; sie wurden während ihres Aufenthaltes andem königlichen Hofe gastfreundlich bewirthet, und zu denprächtigen Spielen in Dium und Aegae eingeladen.Griechen und Macedonier wurden mit gleicher Achtungvon einem Könige behandelt, der die bisherigen Feindeseines Hauses jezt als Bürger seines Staates betrachtete.Hier wurde die Unternehmung besprochen, die der da-mals bekannten Welt eine neue Gestalt gab. Die er-H 2ste