Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
114
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Geschichte der Griechen,114genes, der in der Schlacht bei Chaeronea gegen deinenVater focht, und für die Freiheit Griechenlands fiel.Alexander bewunderte diese Antwort und die That deredlen Frau; er schenkte ihr und ihren Kindern die Frei-heit, und befahl, sie ungehindert ziehen zu lassen.Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Zerstörung The-bens nicht von Alexander beabsichtet war. Allein dieBewohner der böotischen Städte Plataea und Orcho-menus, die von den Thebern aus den Ruinen ihrer einstblühenden Wohnsitze vertrieben waren, vor allem aber dieRache der dem Untergang ihres Vaterlandes entronnenenPhocier, ergriffen mit Begierde den günstigen Augenblikder Vergeltung an ihren alten Feinden. Sie, die jezt denFahnen der Macedonier folgten, stellten dem Sieger diegrausame Behandlung vor, die sie und ihre Altvordernseit Jahrhunderten von dem Stolze der Theber erduldethatten. Die alte Verbindung Thebens mit den Persernward in Erinnerung gebracht, und vielleicht glaubteAlexander, der während seiner Regierung mehr Städte ge-baut als zerstört hat, durch die Vernichtung dieser Stadtsich von einem Feinde zu befreien, dessen längst bekannteNeigung für die Perser bei dem bevorstehenden Feldzuggefährlich werden konnte. Indeſſen wirkte die Zerſtö-rung dieser Stadt, wie ein Erdbeben durch ganz Griechen-land. Von allen Seiten strömten Gesandte zu dem Kö-nig, mit Entschuldigung und Bitte um Schonung. DieAthener, die ein gleiches Schiksal befürchteten, wie je-nes, welches das benachbarte Theben betroffen hatte,waren so niedergeschlagen, daß sie selbst das Festder großen Mysterien (der eleusischen Ceres) verschoben.Sie hatten die dem Untergang ihrer Vaterſtadt entflohe-nen Theber mitleidig aufgenommen; diese menschen-freundliche Handlung, obschon sie die Feinde des macedo-nischen Königs seiner Rache entzog, konnte durch die hei-ligen und unverlezlichen Rechte der Gastfreundschaft entschul-

931Verstraft