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Fünfter Abschnitt.113durch diesen Uebermuth stürmten Perdiccas und Amyntasmit ihren Abtheilungen, ohne den Befehl des Königs zuerwarten, gegen die Verschanzungen. Sie bewirktenbald einen Wallbruch, aber nun öffneten die Bürger ih-re Thore, und drangen mit unbeschreiblicher Wuth aufdie Stürmenden ein. Alexander rükte mit der Phalanxzur Unterstützung heran, und die Theber, unfähig, denStoß dieser Schaar auszuhalten, flohen in die Stadtzurük. Sie vergaßen in der Bestürzung die Thore zuschließen, und nun drangen die Sieger unaufhaltsam indie dem Verderben gewidmete Stadt. Die Bürger fie-len größtentheils unter dem Schwert der Macedonier,nur wenige nebst den Frauen und Kindern fielen in die Skla-verei, und einige retteten sich durch die Flucht nachAthen. Die Priester, und jene Familien, die mit Ma-cedonien im Bunde der Gastfreundschaft standen, wur-den auf ausdrüklichen Befehl des Königs verschont. Diealte Stadt des Kadmus ward von Grund aus zerstört,nur die Burg ward erhalten, und das Haus, das ehe-mals der Dichter Pindar bewohnte.Wir müssen hier der Hochherzigkeit der Timoclea,einer der vornehmsten Bürgerinnen Thebens, erwähnen.Eine Schaar thrazischer Söldner hatte das Haus die-ser Frau geplündert; sie selbst war von dem wilden An-führer mißhandelt worden. Unzufrieden mit der Beuteforderte der habsüchtige Krieger Gold und Silber, dieer verborgen glaubte. Timoclea führte ihn in den Gar-ten, und zeigte ihm einen Brunnen, mit der Versicherung,hier sey ihr Geschmeide verborgen. Gierig bükte sich derThrazier, um die Tiefe des Brunnens zu erforschen, aberin diesem Augenblik ward er von der beleidigten Frauhinabgestürzt, und mit Steinen getödtet. Timoclea wardergriffen, und gefesselt vor den König gebracht. Hierstand sie furchtlos, und auf die Frage, wer sie sey, ant-wortete sie: „Ich bin Timoclea, die Schwester des Thea-2r Band.Be=