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Fünfter Abschnitt.109Lehrer aber die Würde des Lebens. Die Fortschrittedes Prinzen waren seinen Fähigkeiten und seinem Ei-fer angemessen; er lernte bald die Gegenstände desmenschlichen Wissens richtig beurtheilen, er übte sich inder Beredsamkeit, und im mündlichen Vortrag schied erklug den Schein von der Wahrheit; er bat seinen Leh-rer oft, die Regeln der Redekunst zu ordnen, und wirdanken der Bereitwilligkeit, mit der Aristoteles denWunsch seines königlichen Zöglings erfüllte, die treffli-che Abhandlung über die Rhetorik. Die Moral, diekeinem Fürsten fremd seyn sollte, weil sie den Menschenmit seinen Pflichten bekannt macht, ward als die Grund-lage einer weisen Staatskunst mit Begierde und unnach-ahmlichem Fleiße von dem jugendlichen Herzen des Prin-zen ergriffen, dem sein weiser Lehrer frühe die großeWahrheit eingeprägt hatte, die Söhne der Fürsten hör-ten nicht auf Menschen zu seyn, obschon sie von denGöttern die höhere Bestimmung zu Regenten erhaltenhätten. Aber die jugendliche Einbildungskraft einesJünglings, dessen Ehrgeiz die kriegerischen und rühm-lichen Thaten seines Vaters unaufhörlich beschäftigten,mußte durch Homers unsterbliche Gesänge zum höchstenGrad der Begeisterung gehoben werden. Hier glaubteer den wahren Charakter königlicher Helden zu finden,Tapferkeit, Unerschrockenheit, Großmuth, Mäßigkeit,Klugheit, und die Kunst einer weisen Anführung imKriege, und einer gerechten Regierung im Frieden. Sei-ne Achtung für Homers Gedichte bewieß er dadurch, daßer dieselben in das goldene mit Edelsteinen besezte Käst-chen, das er in der Schlacht bei Issus erbeutete, le-gen, und in seinem Zelte neben seinem Schwerte be-wahren ließ. Die Bemühungen des Aristoteles wurdenvon Philipp königlich belohnt, aber dem Weisen wardie unwandelbare Liebe seines Zöglings, den er über-lebte, der höchste Lohn.Als-