Geschichte der Griechen,108daher ohne Widerspruch seiner Verwandten (unter de-nen besonders Amyntas der Sohn des Perdiccas nachder Erbfolge ein näheres Recht zum Throne hatte, weiler nach dem Tode seines Vaters die königliche Würdeerbte, aber von seinem Oheim und Vormund Philippwegen seiner Minderjährigkeit ausgeschlossen war) zu demThrone berufen. Attalus, der perſönliche Feind desjungen Königs, wagte zwar den Versuch, den Amyn-tas, auf den Thron zu erheben, aber dieser Versuchscheiterte an der Thätigkeit von Alexanders Freunden.Kaum war dieser Feind beseitigt, als Alexander als Kö-nig anerkannt wurde.Ehe wir jedoch die kriegerische Laufbahn diesesFürsten beschreiben, wird es zwekmäßig seyn, das merk-würdigste aus der Geschichte seiner Jugendjahre zu er-zählen, denn die Handlungen des männlichen Alterswerden bei den meisten Menschen durch die natürlichenAnlagen des Kindes, und durch die Bildung im Kna-ben= und Jünglingsalter bestimmt. Alexander war vonder Natur mit vielen Fähigkeiten begabt, und zeigteschon im frühen Alter den Keim seiner künftigen Grö-ße. Er ward nach griechischer Sitte in körperlichenUebungen bis zu dem Alter unterrichtet, wo der Geistsich zu entwickeln beginnt. Im dreizehnten Jahre sei-nes Lebens ward er dem berühmten Aristoteles ausStagyra, einem Schüler Platons, übergeben. Die-ser unermüdete Denker, der alle damals bekannte Zwei-ge des menschlichen Wissens mit Scharfsinn und Bestimmt-heit umfaßte, suchte seinem erhabenen Zögling Liebe zuden Wissenschaften, und nebst dieser die Grundsätze derpraktischen Lebensweisheit, und jener Tugenden einzu-prägen, die eines Beherrschers der Völker würdig sind.Aristoteles fand bei Alexander jene Empfänglichkeit fürseine Lehren, die er erwartet hatte, und der Prinzäusserte oft, seinem Vater danke er das Leben, seinemLeh-.
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