Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
107
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Fünfter Abschnitt.107licher Fehden und innerer Zerrüttung, die nur durch denTod der Partheienhäupter beruhigt werden konnte. Wirberühren nur flüchtig die Ausschweifungen Philipps imTrunke und jene Schändlichkeiten, die den Menschentief unter das Thier herabwürdigen; wir bemerken blos,daß durch diese unnatürlichen Laster der Tod dieses Kö-nigs veranlaßt ward. Das Glük, das ihm fast un-wandelbar zur Seite stand, und der Ruhm seiner Krie-ge, wurden verdunkelt durch seine Ränke, und durchdie Verbrechen, die sein Andenken mit ewiger Verach-tung strafen..Philipps Ermordung erregte in ganz Griechenlandfrohe Hoffnungen. Wie einſt bei der Nachricht von demTode Jasons des Thessaliers schmükte sich das Volk zuAthen mit Kränzen; dem Mörder Pausanias ward eineKrone geweiht, die Tempel der Götter füllten sich mitSchaaren von Bürgern, Triumphlieder, wie nach er-kämpften Siegen, ertönten durch die Strassen, Dank-opfer wurden an den Altären gebracht, und die Grie-chen glaubten an die Rükkehr des göttlichen Geschenkes.der Freiheit, der sie längst nicht mehr werth waren.Demosthenes hatte die erste Nachricht von dem TodePhilipps erhalten. Er war noch in tiefer Trauer we-gen, dem Verlust seiner vor wenigen Tagen verstorbe-nen Tochter, aber dennoch trat er im Feierkleide undmit bekränztem Haupte in die Versammlung des Vol-kes, das jezt mit unmännlichem Spotte über der Aschedes Königs frohlokte, den es noch kürzlich mit knechti-scher Unterwürfigkeit verehrt hatte.Alexander bestieg den Thron von Macedonien imzwanzigsten Jahre seines Lebens. Er hatte sowohl inden Feldzügen seines Vaters große Beweise seiner Ta-pferkeit, als auch in dem Rathe Proben seiner Fähig-keiten zur Verwaltung des Staates gegeben, und warddaher.