Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

104Geschichte der Griechen,geschlagen, aber am folgenden Morgen fand man ihn miteinem goldenen Diadem gekrönt, und sonderbar genug,aber bestätigt durch Justins Zeugniß, ist es, daß der Kör-per dieses Verbrechers mit jenem des Königs auf demsel-ben Holzstoß verbrannt wurde. Die Königin Olympias,Alexanders Mutter, wird allgemein für die Urhebe-rin dieses Mordes gehalten. Ihre Verstoßung von demköniglichen Throne, und die Eifersucht, mit der sie ihreNebenbuhlerin nach des Königs Tode verfolgte, die Er-mordung der Tochter Philipps in den Armen ihrer un-glüklichen Mutter, die Verzweiflung und der Tod dieserFürstin, das Denkmal, das Olympias dem Andenkendes Mörders zu errichten befahl, und endlich der Um-stand, daß sie den Dolch, durch welchen der König ge-fallen war, dem delphischen Gotte opferte, und den Na-men Myrtalis darauf eingraben ließ, den sie vor ihrerVermählung mit Philipp geführt hatte, rechtfertigendie Vermuthung, daß häuslicher Verrath den Tod desKönigs veranlaßt habe. Pausanias war blos das Werk-zeug; ihn, der über eine grausame Beleidigung desAttalus vergeblich die Gerechtigkeit des Fürsten in An-spruch nahm, hatte die Eifersucht und der Stolz derOlympias, vielleicht auch die Furcht Alexanders vorneuen Thronbewerbern, die aus seines Vaters zweiterEhe entspringen konnten, zu dieser That gewählt. Selbstder schleunige Tod des Verbrechers, der nun keinenMitschüldigen angeben konnte, scheint das Daseyn ei-ner Verschwörung zu bestättigen, die von höherer Handgeleitet wurde. (J. v. C. 336.)Philipp starb im sieben und vierzigsten Jahre seinesAlters. Er ist der erste Fürst, dessen Thaten die Geschich-te genau und umständlich aufgezeichnet hat. Tapfer inder Schlacht, beredt und gewandt in Unterhandlungen,verfolgend seinen Entzwek mit unermüdeter Beharrlich-keit, und ohne denselben je aus den Augen zu verlieren,ſein

###tes

k.

r