Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
103
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Fünfter Abschnitt.103fen. Die verstoßene Königin Olympias erschien wiederan dem Hofe mit aller Auszeichnung ihres Ranges, undAlexander war bereits zurükgekehrt, als Philipp die wie-derhergestellte Ruhe in seiner Familie, durch ein Fest zuseiern beschloß; er vermählte seine Lieblingstochter Cleo-patra mit dem Bruder der Olympias, der damals überEpirus herrschte.Das Orakel zu Delphi, das wegen dem Ausgangdes Feldzugs in Persien von dem König befragt wurde,hatte geantwortet:Das Opfer ist bekränzt. Sein En-de nahet, und bald wird es bluten. Diese Antwortbezog der König auf den glüklichen Erfolg seines Vorha-bens, und er beschloß gleich nach dem er die Angelegen-heiten seines Hauses geordnet haben würde, den Krieggegen die Perser zu beginnen. Die Vermählung derPrinzessin Kleopatra, und die damit verbundenen Festelokten eine unzählige Menge Fremder nach der StadtAegae, dem Schauplaz dieser Feier. Die Künstler vonganz Griechenland, vorzüglich von Athen, hatten ihreKräfte aufgeboten, um das Fest zu schmücken; die Macé-donien unterworfenen Städte wetteiferten in Uebersen-dung goldener Kronen und anderer Geschenke von ho-hem Werthe, und die Dichter priesen in ihren Gesängenund in Schauspielen den König bereits als Sieger überPersien..Am Tage nach der Vermählung begab sich Philipp imköniglichen Schmuk nach dem Schauplaz, begleitet von sei-nem Sohn und Eidam, als ihm Pausanias, ein jungermacedonischer Edler, den Dolch in die Brust stieß; derKönig sank auf der Stelle leblos zu Boden. Der Mörderwurde an dem Thore der Stadt in dem Augenblicke vonPerdiccas ergriffen, wo er ein zur Flucht in Bereitschaft ge-haltenes Pferd besteigen wollte, und von seinem Verfol-ger niedergestoßen. Sein Körper wurde an das Kreuzge-