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Vierter Abschnitt.99stungen zu diesem großen Unternehmen, dessen Aus-führung er jedoch nicht erlebte.Ehe wir diesen Abschnitt schließen, müssen wirder Verbannung des berühmten Redners Aeschines ausAthen erwähnen, die jedoch erst zu der Zeit erfolgte,als Alexander bereits Herr von Persien war, undseine siegreichen Fahnen in die fernen Provinzen Bac-trien und Sogdiana trug. (J. v. E. 330.) Folgen-des war die Veranlassung: Die Athener trugen demDemosthenes auf, den bei Chaeronea gefallenen Bür-gern die Lobrede bei der Bestattung zu halten. De-mosthenes unterzog sich diesem traurigen Geschäfte,und prieß das Glük dieser Männer, weil sie den Un-tergang der Freiheit ihres Vaterlandes nicht gesehenhatten. Aber auch mit einer goldenen Krone belohnteAthen die Verdienste des Redners, dessen Rath sooft vernachlässigt worden war. Jezt war alles in Er-füllung gegangen, was dieser vollendete Staatsmannvorhergesehen und verkündet hatte. Diese Ehrenbe-zeugung suchte Aeschines, der an Beredsamkeit mitDemosthenes wetteiferte, durch eine trefflich ausgear-beitete Rede zu vereiteln. Aber obschon Athens Frei-heit jezt von den Macedoniern vernichtet war, siegtedennoch Demosthenes, und Aeschines, dessen geheimesVerständniß mit den Macedoniern bekannt war, wardsehr wahrscheinlich mehr deshalb aus dieser Stadt ver-bannt, obschon nach den Gesetzen jede falsche Anklagemit Verbannung bestraft wurde. Als Aeschines Athenverließ, um sich nach Rhodus einzuschiffen, folgte ihmDemosthenes in den Hafen, und übergab ihm einebeträchtliche Summe Geld. Der erstaunte Nebenbuh-ler rief aus: „Wie ist es möglich, ein Vaterland zuvergessen; in dem ich einen Feind zurüklasse, der ed-ler ist als die Freunde, die ich anderwärts zu fin-eden hoffen darf.“ In Rhodus gründete Aeschines ei-G 2