Geschichte der Griechen,94„te ohne Eigennuz eure Dienste an, und vertheidigtvihn mit aller Anstrengung und Kraft. Dieser Vor-schlag wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen; dasVolk beschloß Abgeordnete nach Theben zu senden.Demosthenes ward hiezu gewählt, und die Bürger die-ser Republik erkannten dankbar den angebotenen Bei-stand Athens. Mit Schnelligkeit rüsteten sich die The-ber, und in kurzer Zeit erschien auch das Heer derAthener, zu dem von den übrigen Verbündeten nur un-bedeutende Verstärkungen gestoßen waren. Spartablieb ganz unthätig. Die Zahl der Krieger des Bun-des, die hier den lezten Kampf für die Freiheit desVaterlandes zu kämpfen bestimmt waren, betrug drei-sigtausend Mann. Angeführt von tüchtigen Feldherrnkonnte dieses Heer den Sieg über die Macedonier er-ringen, aber die Athener hatten den unbedeutendenLysicles und den verächtlichen Chares, die Theber denTheagenes zu ihren Befehlshabern gewählt; alle dreiwaren Werkzeuge des Partheigeistes, der Feldherr derTheber nicht ohne Verdacht der Verrätherei.Philipp kannte die Fähigkeiten ſeiner Gegner; erwar aus Phocis nach Boeotien vorgerükt; sein Heer,aus zweiunddreisigtausend geübten Kriegern bestehend,lagerte in der Ebene von Chaeronaea. Hier im An-gesicht eines Tempels des Herkules, von dem er abzu-stammen sich rühmte, wählte er das Schlachtfeld. DasHeer der Griechen rükte vor an den Thermodon. AlteOrakel hatten die Ufer dieses Flusses als den Schau-plaz eines schreklichen Unfalls für Griechenland ver-kündet; die Sage ward absichtlich verbreitet, vielleichtersonnen, um den Muth der Macedonier zu beleben.Am Morgen des verhängnißvollen Tages, der dasSchiksal Griechenlands entscheiden sollte, stellten sichdie feindlichen Heere vor dem Aufgang der Sonne inSchlachtordnung. Der König stand auf dem rech-ten
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