Geschichte der Griechen,90und an die heilige Stätte zurükgebracht worden. DieAthener schikten einige goldene Schilde mit der Auf-schrift: „Erobert von den Medern und Thebern, alssie gegen Griechenland kämpften. Diese Schilde wur-den in dem Tempel aufgehangen, ohne vorher diegebräuchliche Weihe erhalten zu haben. Die Theberklagten, und fanden bei den Amphiktyonen Gehör,als Aeschines aufstand, und seine Mitbürger verthei-digte. Er ward von einem Locrier aus Amphissa un-terbrochen, und ihm vorgeworfen, die Athener hättenden Tempelraub der Phocier unterstüzt und begünstigt;Ehre und Pflicht fordere die Amphiktyonen auf, nichtferner zu dulden, daß Athens verfluchter Name künf-tig in dieser erhabenen Versammlung geduldet würde.Aeschines rechtfertigte seine Vaterstadt mit unwidersteh-licher Beredsamkeit, aber nun ergriff er die Gelegen-heit, den Vorwurf des Amphissäers auf ihn selbst zu-rük zu wenden. Amphiſſa war auf den Ruinen derStädte Crissa und Cirrha erbaut, welche bereits vordreihundert Jahren in dem ersten heiligen Krieg wegendem Raube des delphischen Tempels zerstört wordenwaren. Durch einen Spruch der Amphiktyonen wur-de das Gebiet dieser Städte dem Apoll geweiht, undder Anbau desselben unter fürchterlichen Verwünschun-gen verboten. Demungeachtet war dieses fruchtbareLand durch die Bewohner von Amphissa wieder ange-baut, und mit den schönsten Dörfern und Landsitzen ge-schmükt worden. Die Nachsicht der Amphiktyonen, viel-leicht selbst das Bedürfniß von Delphi, hatten den Anbaugeduldet, und die Zeit selbst schien die Arbeiten zurechtfertigen, durch welche Amphissa die Crissaeische Ebe-ne in einen blühenden Garten umgeschaffen hatte. Die-ser Landstrich lag gerade unter der Anhöhe des Tem-pels, und im Angesicht des versammelten Rathes. Ae-schines schilderte nun das verdienstvolle Unternehmender Amphissaeer als einen fluchwürdigen Raub an demEi-
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