Vierter Abschnitt.Eigenthum der Götter. Schauet nieder, rief er, ihrehrwürdigen Beschützer der Religion, auf jene Ebene!betrachtet diese Ländereien, vor Alters den Götterngeweiht, und jezt von den Amphissaeern geraubt undentheiligt; betrachtet die unzählbaren Gebäude, die denheiligen Boden decken, jenen Hafen, den unsere Vor-fahren mit Recht zerstörten, den sie aber wieder rei-nigten und befestigten. Nun las er den Orakelspruchvor, der jenen Hafen und jene Ländereien zu ewigerVerödung verurtheilte, und schloß seine leidenschaftlicheRede mit den schreklichsten Verwünschungen gegen dieRuchlosigkeit der Amphissaeer.Wäre der Rath der Amphiktyonen nicht aus lau-ter Miethlingen Philipps bestanden, so würde wahr-scheinlich der religiöse Eifer des Aeschines wenig Eindrukauf die Versammlung gemacht haben, aber der geheimeAuftrag des Macedoniers, in Griechenland neue Unru-hen zu erregen, und hierdurch die Vollendung seines An-schlages auf die Freiheit Griechenlands zu beschleuni-gen, entriß dieser Versammlung das schrekliche Urtheilder Zerstörung, und Locris empfand nun dasselbe Schik-sal, das kurz zuvor Phocis betroffen hatte. Schonam folgenden Tage zogen die Amphiktyonen, begleitetvon den Bewohnern der Stadt Delphi, in die Ebe-nen hinab; alle Wohnungen, alle Pflanzungen wurdenzerstört, die Fruchtbäume niedergehauen und die grau-samste Verödung trat schnell an die Stelle des blühen-den Landes. Das Urtheil war ohne Widerstand voll-zogen, aber auf dem Rükwege nach Delphi wurden dieZerstörer von den Amphissaeern überfallen, zerstreut,und bis in die Stadt verfolgt. Der dritte heiligeKrieg hatte begonnen. Die Amphiktyonen boten Philipp,der damals von seinem Zuge nach Scythien zurükkehr-te, den Oberbefehl über das Heer an, das sie um denFrevel der Stadt Amphissa zu bestrafen, aufgestellt hatten.Philipp zog sogleich nach Griechenland, (I. v. C. 338.)Ob-
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